27.11.2019

Darf ich Feuerwerk aus anderen Ländern wie z.B. Polen oder Tschechien nach Deutschland einführen? Wenn ja, was ist dabei zu beachten?

Grundsätzlich ja, wenn das Feuerwerk von einer der EU-weiten Prüfstellen auf Sicherheit gemäß den Bestimmungen der geltenden Richtlinie zur Pyrotechnik geprüft wurde, dass heißt, wenn es eine Registriernummer und ein CE-Zeichen trägt.

Darüber hinaus sind jedoch nationale Regelungen zu beachten, die schon bei der Einfuhr gelten. Zum Beispiel Altersbeschränkungen: Für registrierte Feuerwerkskörper der Kategorie F2 (dazu zählen u.a. Raketen, Batterien und Knallkörper) gilt, dass sie nur von Personen über 18 Jahren nach Deutschland eingeführt und verwendet werden dürfen, auch wenn diese Feuerwerkskörper im europäischen Ausland teilweise schon mit 16 Jahren gekauft werden dürfen.

Was steckt im Feuerwerk? Sind die Stoffe giftig?

Welche Inhaltsstoffe im Feuerwerk stecken, hängt vom Typ ab. Knaller beispielsweise enthalten ausschließlich Schwarzpulver. Generell kann man sagen, dass im Feuerwerk ein Oxidationsmittel, ein Brennstoff sowie für viele Effekte farbgebende und weitere Komponenten enthalten sind.

Bei der Prüfung der Feuerwerkskörper nach bestehenden Vorschriften und harmonisierten Normen wird auch darauf geachtet, dass keine Schwermetalle oder andere verbotenen Substanzen verwendet wurden.

Wieviel Feuerwerk darf ich als Privatperson in meinem PKW transportieren?

Feuerwerksartikel sind pyrotechnische Gegenstände und damit Gefahrgut. Privatpersonen dürfen bis 50 kg brutto transportieren, bzw. 3 kg netto.

Zur Veranschaulichung: Eine Feuerwerksbatterie kann 1 kg Gesamtgewicht haben, während die Nettoexplosivstoffmasse (pyrotechnische Substanz) daran 350 g betragen kann.

Darüber hinaus gelten die gefahrgutrechtlichen Bestimmungen.

Wieviel Feuerwerk darf ich privat lagern?

Handelt es sich um einen bewohnten Raum, dürfen Sie Feuerwerk der Kategorien F1 und F2 mit maximal 1 kg an Nettoexplosivstoffmasse (NEM) privat lagern.

In einem Gebäude ohne Wohnraum (z.B. eine abgetrennt stehende Garage) dürfen Feuerwerkskörper der Kategorie F1 und F2 bis zu einer NEM von 15 kg gelagert werden.

Grundsätzlich ist darauf zu achten, dass Feuerwerk kühl und trocken gelagert wird, da z.B. Feuchtigkeit zu Funktionsverlust und zu hohe Temperaturen zur Zündung führen können. Das Abstellen von Feuerwerksartikeln in unmittelbarer Nähe von oder auf Heizkörpern oder Heizleitungen ist zu vermeiden. Im Aufbewahrungsraum sollte nicht geraucht und kein offenes Licht oder Feuer verwendet werden. Auch sollten in unmittelbarer Nähe keine Stoffe gelagert werden, die zu einer Gefahrenerhöhung beitragen, wie z.B. Spraydosen.

Was macht illegale Knallkörper so gefährlich?

Illegale Knallkörper können zu erheblichen Verletzungen führen. Diese enthalten oft nicht nur Schwarzpulver, sondern sind mit einem viel stärker reagierenden Blitzknallsatz gefüllt oder enthalten eine deutlich größere Nettoexplosionsmasse (NEM). Zudem ist nicht gewährleistet, dass vom Moment des Anzündens bis zum Zünden des Knallkörpers auch genügend Zeit bleibt, um den benötigten Sicherheitsabstand zu erlangen.

Der Umgang mit nicht konformitätsbewerteten und CE-gekennzeichneten Gegenständen stellt einen Straftatbestand dar.

Woher weiß ich, dass mein Feuerwerk geprüft ist? Wie kann ich illegales Feuerwerk erkennen?

Geprüftes Feuerwerk erkennen Sie an der Registriernummer und dem CE-Zeichen in Verbindung mit der Kennnummer der Prüfstelle. Geprüftes Feuerwerk muss beide Kennzeichen aufweisen. Die ersten vier Ziffern der Registriernummer geben Auskunft darüber, welche benannte Stelle in Europa den Feuerwerksartikel baumustergeprüft hat. Die Kennnummer 0589 steht für die BAM.

0589 – F2 – 1234 ist ein Beispiel für eine Registriernummer, die die BAM vergeben hat. F2 steht für Feuerwerk der Kategorie F2, 1234 ist eine fortlaufende Nummer.

Achten Sie auch darauf, dass eine deutsche Gebrauchsanleitung vorliegt.

Infografik: Finger weg von illegalem Feuerwerk

Achten Sie beim Kauf von Feuerwerk auf die die Registriernummer und das CE-Zeichen.

Quelle: BAM