Veranstaltungsort
Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung
Zweiggelände/Branch Adlershof
Richard-Willstätter-Straße 11
12489 Berlin
Veranstalter
Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung
Quelle: LNDW
Mitmachen, ausprobieren, entdecken: Zur Langen Nacht der Wissenschaften 2026 öffnet die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) ihre Türen und zeigt, wie Forschung unseren Alltag sicherer, nachhaltiger und zukunftsfähiger macht.
Besucher*innen erwartet am 6. Juni 2026 ein vielfältiges Programm rund um Energie, Infrastruktur, Umwelt, Material sowie Chemie und Prozesstechnik – von Batterien und Windenergie über nachhaltiges Bauen bis hin zu Künstlicher Intelligenz, Nanotechnologie und Mixed Reality.
Wie lassen sich Batterien sicherer nutzen und recyceln? Wie können Windkraftanlagen länger betrieben oder Betonbauteile wiederverwendet werden? Was verraten Elektronenmikroskope über Nanowelten, und wie helfen KI und Robotik dabei, neue Materialien schneller zu entwickeln? An zahlreichen interaktiven Stationen können Besucher*innen selbst experimentieren, Wärmebilder aufnehmen, Ultraschallprüfungen ausprobieren, Roboter herausfordern oder versteckte Strukturen in Materialien sichtbar machen.
Auch aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen stehen im Fokus: Die BAM informiert über PFAS („Ewigkeitschemikalien“), sichere Gefahrguttransporte, reparierbare Produkte und nachhaltige Baustoffe wie Lehm. Gleichzeitig zeigen Forschende, wie moderne Prüfverfahren helfen, Brücken sicherer zu machen, historische Bauwerke zu schützen und Ressourcen zu schonen.
Ob Familien, Technikfans oder Wissenschaftsinteressierte – die BAM lädt dazu ein, Forschung hautnah zu erleben und gemeinsam einen Blick in die Technologien der Zukunft zu werfen.
Programm am Standort Adlershof
Themenfeld Energie
Batterien verstehen, sicher nutzen. Alles rund um Akkus – von Ladung, Entsorgung bis Recycling
Erfahren Sie, wie wichtig die richtige Nutzung für die Sicherheit von Batterien jeglicher Art ist – vom Laden und Entladen bis hin zu Transport, Entsorgung und Recycling. Informieren Sie sich, in welchen Bereichen die BAM forscht, um die Sicherheit kleiner und großer elektrischer Energiespeichern weiter zu steigern. Werden Sie an unserem Stand selbst aktiv: Messen Sie die Spannung und die Temperatur einer Batteriezelle und erfahren Sie, woran man unsichere Zustände frühzeitig erkennen kann. Schauen Sie in das Innere eines Akkus und lernen mehr über nachhaltige Batteriematerialien.
Längere Lebensdauer, mehr Effizienz – dank Thermografie. Wie die BAM die Windenergie optimiert
Wie kann Windenergie länger, effizienter und ressourcenschonender genutzt werden? An unserem Stand zeigen wir anhand einer drei Meter hohen Windenergieanlage, wie intelligente Lösungen die Energiewende vorantreiben. Lernen Sie unser Kompetenzzentrum Wind@BAM kennen und erfahren Sie, wie moderne Technologie einen längeren und wirtschaftlicheren Betrieb von Windkraftanlagen ermöglicht. Erleben Sie, wie die BAM mit Infrarotkameras die Rotorblätter von Windkraftanlagen untersucht, um Schäden rechtzeitig zu erkennen. Und machen Sie mit unserer Infrarotkamera das beliebte „Wärme-Selfie”!
Themenfeld Infrastruktur
Mit Lehm die Zukunft gestalten: wie wir künftig klima- und ressourcenschonend Bauen
Tragende Wände aus Lehm? So könnte die Zukunft des nachhaltigen Bauens aussehen. Lernen Sie den Baustoff und seine Einsatzmöglichkeiten kennen und legen Sie selbst Hand an den Lehm an. Sie können einen Stampflehm-Probekörper herstellen und seine Belastbarkeit testen. Sehen Sie sich an, wie Materialfeuchte die Festigkeit beeinflusst und wie sich die Wasserbeständigkeit verbessern lässt. Lehm bietet großes Potenzial: Er verursacht deutlich geringere CO₂ Emissionen als viele andere Baustoffe und ist vollständig wiederverwendbar. Die BAM arbeitet an der Standardisierung tragender Stampflehmwände.
Von außen unsichtbar: Wie Korrosion Wasserstoff verursacht, Brücken schädigt und wir damit umgehen
Sie wollen wissen, was zum Einsturz der Carolabrücke führte? Expert*innen erklären Ihnen, wie die spezielle Art von Korrosion entsteht, die dafür verantwortlich war. Sie können selbst ausprobieren, wie Spannbeton funktioniert, aus dem die Brücken gebaut sind. Sie erfahren, wie Spanndrähte aus diesem Beton im Labor gezielt „gestresst“ werden, um den Schadensmechanismus zu untersuchen. Und Sie lernen, wie damit Aussagen über die Entwicklung von Korrosion getroffen werden, um sowohl den Zustand von Brücken zu bewerten als auch vorherzusagen, wie lange sie noch sicher genutzt werden können.
Themenfeld Umwelt
Produktdesign neu gedacht – energiesparen und reparieren
Alle kennen es: Das EU-Energielabel gibt zuverlässig Auskunft über den Energieverbrauch eines Produktes. Bald wird auch seine Reparierbarkeit bewertet und auf dem Label angezeigt. Dabei zählt, wie das Produkt zusammengebaut ist (geklebt, geschraubt, geklemmt), wie viele Arbeitsschritte benötigt werden, ein Teil zu ersetzen und mit welchem Werkzeug dies getan werden kann. Fachleute der BAM erklären die neuen Reparierbarkeitsklassen, indem sie Smartphone, Tablet und Notebook aufschrauben – machen Sie mit!
Beton auf dem Prüfstand - Mit cleveren Methoden Bauteile für ein zweites Leben testen
Wie fest ist der Beton – und was steckt in seinem Inneren? An unserem Stand erleben Sie, wie die BAM Betonbauteile zerstörungsfrei prüft, um sie wiederverwenden zu können. Mit modernen Messmethoden machen wir z.B. stählerne Bewehrungen im Innern sichtbar und beurteilen die Festigkeit von Betonprobekörpern, ganz ohne Zerstörung. Gehen Sie selbst auf Entdeckungsreise: Suchen Sie Bewehrungen im Beton und beurteilen Sie seine Qualität. Erfahren Sie, wie unsere Prüfverfahren wertvolle Ressourcen schonen und nachhaltiges Bauen mit einem kleineren CO2-Fußabdruck ermöglichen.
Themenfeld Material
Smarte Algorithmen, starkes Glas: Wie KI und Automation die Glasforschung beschleunigen
Wie entsteht das Glas der Zukunft? Erleben Sie, wie Robotik, Künstliche Intelligenz und Automatisierung die Glasforschung revolutionieren. Die BAM verknüpft dazu Simulationen, Datenbanken und automatisierte Schmelzprozesse zu einem intelligenten Kreislauf. Die Idee: In Zukunft schlägt KI das Material vor, ein Roboter führt den Schmelzprozess durch und Sensoren steuern den Vorgang. Besonderes Highlight: Im Labor findet stündlich ein Glasguss statt, den Sie live miterleben können. Entdecken Sie, wie Hochleistungsgläser schneller und nachhaltiger entstehen – auch mit Recyclingglas.
Schlag unseren Roboter im Tic‑Tac‑Toe!
Spielen Sie gegen unseren smarten Roboter und erleben Sie live, wie Maschinen lernen, Bilder analysieren und Entscheidungen treffen - sei es um den nächsten Spielzug zu ermitteln oder um Materialien besser und sicherer zu machen. Ein schneller Einblick in die Welt von KI, Automatisierung und Datenanalyse – spannend für Groß und Klein!
Wenn Wissenschaft zur Science-Fiction wird: Wie KI und Roboter die Materialien der Zukunft erschaffen
Treten Sie ein in die Zukunft! An unserem Stand erleben Sie KI und Roboter in Aktion! Von autonomen Laboren, die eigenständig Experimente durchführen, bis hin zu intelligenten Algorithmen, die Echtzeitdaten sammeln, analysieren und darauf reagieren – hier trifft Wissenschaft auf Science-Fiction. Probieren Sie die Technologie aus, führen Sie Echtzeit-Experimente durch und entdecken Sie, wie KI die Art und Weise verändert, wie Materialien für verschiedenste Bereiche entwickelt werden, von sichereren Infrastrukturen bis hin zu nachhaltiger Energie.
Was verbirgt sich hinter der Oberfläche von Materialien?
Was steckt in unseren Materialien? Und wie sieht etwas aus, das so winzig ist, dass es mit bloßem Auge nicht mehr erkennbar ist?
Bei uns können Interessierte auf Entdeckungsreise gehen: Mit dem Röntgenspektrometer, einem speziellen Messgerät, wird gezeigt, welche Metalle in Alltagsgegenständen stecken – schnell, präzise und ganz ohne sie zu beschädigen. An unserem Mikroskop lassen sich alltägliche Objekte eindrucksvoll vergrößert betrachten. Und ein einfacher Wasserversuch demonstriert anschaulich, warum die Oberfläche von Materialien so entscheidend ist.
Leuchtende Nanopartikel im Alltag
Was haben ein Personalausweis, ein Smartphones-Display und ein Textmarker gemeinsam? Sie enthalten fluoreszierende Moleküle, Nanokristalle oder Partikel. Diese Teilchen, die bei Wechselwirkung mit Licht leuchten, werden in der Bioanalytik, medizinischen Diagnostik, Materialforschung und Photovoltaik verwendet, um Stoffe zu markieren und nachzuweisen oder um Strukturen und Vorgänge in lebenden Zellen zu untersuchen oder die Effizienz von Solarzellen zu verbessen. Wir stellen einige Anwendungen vor und geben Einblicke in die faszinierende Welt leuchtender Sensor- und Nanomaterialien.
Von Schokolade bis Beton: 3D-Druck erleben
Erleben Sie faszinierende Einblicke in die Welt des 3D-Drucks. Entdecken Sie spannende Exponate aus Keramik, Metall, Beton und sogar Schokolade – zum Ansehen und (Aus-)Probieren. Erfahren Sie, wie modernste Technologien wie Mikroskopie, Röntgen und andere Analyseverfahren versteckte Defekte in 3D-gedruckten Bauteilen sichtbar machen. Spielen Sie unser 3D-Druck-Domino und Röntgen-Memory.
Blicke ins Unsichtbare: Entdecken Sie Nanowelten im virtuellen und realen Elektronenmikroskop
Tauchen Sie ein in die faszinierende Welt der Elektronenmikroskopie! In Live-Demonstrationen zeigen wir Ihnen in kleinen Gruppen, wie wir im Transmissionselektronenmikroskop (TEM) Strukturen im Nanometerbereich sichtbar machen, die dem menschlichen Auge sonst verborgen bleiben. An interaktiven Simulatoren können Sie selbst in die Rolle eines Forschenden schlüpfen. Ergänzt wird das Angebot durch eine Ausstellung außergewöhnlicher TEM-Aufnahmen, die zum Entdecken und Miträtseln einladen.
Ultraschall zum Mitmachen: Unsichtbare Fehlstellen selbst entdecken
Wie findet man Fehler im Inneren von Bauteilen, z.B. Maschinen, Schweißnähten, Windkraftanlagen oder auch Eisenbahnschienen, ohne diese zu zerstören? Am Stand der BAM wird Ultraschallprüfung erlebbar! Besucherinnen und Besucher von groß bis klein können Prüfköpfe selbst in die Hand nehmen und Fehlstellen in Probekörpern aufspüren. Mit einem klassischen Ultraschallgerät lassen sich Fehler akustisch detektieren, während ein moderneres Prüfgerät Ultraschallanzeigen farbig und bildhaft darstellt. Ein spannender Einblick in die zerstörungsfreie Prüfung – zum Mitmachen, Ausprobieren und Verstehen!
Themenfeld Chemie und Prozesstechnik
PFAS auf der Spur! Vom Schnelltest bis zum Nanofilter: Was hinter Ewigkeitschemikalien steckt
Sie stecken in Outdoorkleidung, Verpackungen und Farben. Am BAM-Stand lässt sich erfahren, wo und in welchen Anwendungen „Ewigkeitschemikalien“ (PFAS) überall vorkommen, in die Umwelt gelangen und warum sie eine mögliche Gefahr sind. Lernen Sie einen innovativen PFAS Schnelltest kennen, der die Substanzen binnen 15 Minuten nachweist, entdecken Sie ein Hightech-Nanofiltermaterial zur Reduzierung von PFAS in Abwässern und lernen Sie, wie PFAS in Textilien nachgewiesen werden. Wir informieren Sie außerdem, welche gesetzlichen Regelungen zu PFAS gelten und welche Maßnahmen EU-weit geplant sind.
Sicher unterwegs mit Gefahrstoffen: Gefahrgut erkennen, zuordnen und verstehen
Gefahrgut – oder Produkte, die damit hergestellt werden - begegnet uns öfter im Alltag, als man denkt. An unserem Stand entdecken Sie spielerisch, welche Stoffe überhaupt als Gefahrgut gelten und wie sie sicher transportiert werden – von Peroxiden, über Nitroglycerin zu Akkus. Ordnen Sie in einem Quiz typische Alltagsobjekte wie Bauschaum oder Medikamente den passenden Gefahrgutbehältern zu. Ergänzt wird das Erlebnis durch Videos realer Versuche auf dem Testgelände der BAM. Erfahren Sie, wie wir für Sicherheit beim Gefahrguttransport sorgen – verständlich und interaktiv.
Blick in die Zukunft! Datenbrillen und Mixed Reality im industriellen Einsatz
Bei Datenbrillen denken viele an Videospiele, aber Mixed Reality kann viel mehr – Was bringt Mixed Reality im Industriealltag? Wir zeigen euch live, wie Mixed Reality beim Design von Industrieanlagen, bei der Wartung von Pumpen und bei der Arbeit in Gefahrenbereichen, wie der Probeentnahme an Chemieanlagen, unterstützen kann. Setzt bei uns Mixed-Reality-Brillen auf und taucht selbst in die virtuelle Industriearbeit ein.
An der FU Berlin präsentiert die BAM außerdem:
Themenfeld Umwelt
Von Insekten lernen: Natürliche Strategien für sichere Materialien
Soziale Insekten, wie Termiten, Ameisen, Bienen und Wespen, sind im wahrsten Sinne des Wortes „Superorganismen“. So legt beispielsweise eine einzelne Termitenkönigin bis zu 30.000 Eier an nur einem Tag! Im Folgenden stellen wir die mannigfaltigen und hochentwickelten Abwehr- und Organisationsmechanismen dieser Superorganismen vor.
Mikroorganismen stoppen, Denkmäler schützen: Wenn winzige Lebewesen Bauwerke bedrohen
Graue, grüne oder schwarze Beläge auf Bauwerken? Dahinter stecken oft Mikroben, also kleinste Organismen, die Gesteine besiedeln und beschädigen – selbst berühmte Bauwerke wie den Kölner Dom oder die Frauenkirche in Dresden. Die BAM erforscht, wie diese Mikroorganismen mit Materialien interagieren und entwickelt Methoden, um historische Monumente und moderne Bauwerke nachhaltig zu schützen. Tauche ein in die faszinierende Welt der „Gesteins-WG“ und erfahre, wie wir Baukultur - vom denkmalgeschützten Stein bis zum modernen Solarmodul - bewahren.