06.08.2020

Düngemittel Symbolbild

Düngemittel Symbolbild

Quelle: annick vanderschelden photographyl/Moments/Getty Images

Was ist Ammoniumnitrat und wofür wird es verwendet?

Aufgrund seines hohen Stickstoffanteils wird Ammoniumnitrat (AN) als Ausgangsstoff für die Herstellung von ammoniumnitrathaltigen Düngemitteln verwendet. Diese Düngemittel liegen in Form von festen, runden Körnern (Prills) vor, die dann das AN und andere für die Düngung notwendigen Nährsalze in Verbindung mit Wasser nach und nach freigeben.

Die Spannbreite reicht von hochkonzentrierten AN-Düngern bis zu wässrigen, sehr niedrig konzentrierten AN-Düngern.

In Abhängigkeit von der AN-Konzentration in den Düngemitteln ergibt sich auch die Abstufung der Gefährlichkeit, die sich von detonationsfähig über schwelfähig bis nicht detonationsfähig erstreckt. Die in Europa auf dem Markt befindlichen AN-haltigen Düngemittel sind auf Grund ihrer AN-Konzentration und ihrer physikalischen Form (Granulat) nicht detonationsfähig.

AN ist auch ein Ausgangsstoff für die Herstellung von zivilen Sprengstoffen z.B. für die Verwendung im Bergbau.

Was macht es im Umgang so gefährlich?

Generell gehen von Ammoniumnitrat bei sachgemäßer Handhabung keine Gefährdungen aus. Erst bei Temperaturen über 200°C kommt es zu einer exothermen Zersetzung, welche unter bestimmten Voraussetzungen in eine detonative Umsetzung übergehen kann.

Bei der Verwendung von ammoniumnitrathaltigen Sprengstoffen bedarf es entsprechender Zünder und weiteren Behandlungen, damit es zur detonativen Umsetzung gebracht werden kann.

Welche Regeln für den Umgang und Lagerung von Ammoniumnitrat gibt es in Deutschland?

Auf europäischer Ebene gilt für AN-haltige Dünger die europäische Düngemittelverordnung (EU) 2019/1009, die für alle Ammoniumnitratdünger mit hohem Stickstoffgehalt (hohem AN-Gehalt) vor ihrem Inverkehrbringen einen bestandenen Detonationstest vorschreibt.

Auf nationaler Ebene sind Anforderungen für den Umgang, die Lagerung und den innerbetrieblichen Transport von AN und AN-haltigen Zubereitungen (einschließlich Dünger) in der Gefahrstoffverordnung Anhang 1 Nr. 5 sowie in der Technischen Regel Gefahrstoffe (TRGS) 511 „Ammoniumnitrat“ beschrieben.

Je nach Eigenschaften der jeweiligen AN-Zubereitungen bzw. -Dünger werden diese entsprechenden (Gefahr-)Gruppen zugeordnet, denen dann ganz spezifische Anforderungen an die Lagerung zugeordnet sind, z.B. Lagerung in Teilmengen oder feste Bauweisen.