01.10.2020

Fassade eines der Hauptgebäude der BAM, historische Ansicht

Fassade eines der Hauptgebäude der BAM, historische Ansicht

Quelle: BAM

Drei Ressortforschungseinrichtungen, die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) sowie die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB), die dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) nachgeordnet sind, lassen in einem gemeinsam mit dem Ministerium getragenen Forschungsprojekt ihre Vergangenheit während der NS-Zeit und der Nachkriegsepoche erforschen.

Die heutigen Bundesbehörden gehen auf Vorgängerinstitutionen zurück, die schon im 19. Jahrhundert gegründet wurden und auch während der NS-Zeit bestanden. Sie erfüllten wichtige Aufgaben in Forschung und Wissenschaft und stellten sich nach 1933 in den Dienst des Regimes.

Das Forschungsprojekt soll zwei wichtige Fragen beantworten: Warum leisteten Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen in unterschiedlichen Behörden, die sich überwiegend nicht als politisch verstanden, so willig wichtige stabilisierende Beiträge zur Aufrüstung und Kriegsführung des menschenverachtenden NS-Regimes? Und wie gingen sie und die Behörden, in denen sie arbeiteten, nach 1945 mit der schrecklichen NS-Vergangenheit und der eigenen Schuld um?

Das Forschungsprojekt, das zum 1. Oktober 2020 startet, wird von den beiden renommierten Historikern Prof. Dr. Helmut Maier (Bergische Universität Wuppertal) und Prof.  Dr. Carsten Reinhardt (Universität Bielefeld) geleitet, die bereits Studien zur NS-Geschichte der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft vorgelegt haben. Angelegt ist es auf drei Jahre. Die Ergebnisse werden auf zwei internationalen Tagungen, in mehreren Monografien sowie einem biografischen Teilprojekt zu Tätern und Täterinnen sowie Verfolgten präsentiert.

Über die BAM

Die BAM gewährleistet Sicherheit in Technik und Chemie.
Die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) ist eine Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie.

Die BAM forscht, prüft und berät zum Schutz von Mensch, Umwelt und Sachgütern. Im Fokus aller Tätigkeiten in der Materialwissenschaft, der Werkstofftechnik und der Chemie steht dabei die technische Sicherheit von Produkten und Prozessen. Dazu werden Substanzen, Werkstoffe, Bauteile, Komponenten und Anlagen sowie natürliche und technische Systeme von volkswirtschaftlicher Dimension und gesellschaftlicher Relevanz erforscht und auf sicheren Umgang oder Betrieb geprüft und bewertet. Die BAM entwickelt und validiert Analyseverfahren und Bewertungsmethoden, Modelle und erforderliche Standards und erbringt wissenschaftsbasierte Dienstleistungen für die deutsche Wirtschaft im europäischen und internationalen Rahmen.

Sicherheit macht Märkte.
Die BAM setzt und vertritt für Deutschland und seine globalen Märkte hohe Standards für Sicherheit in Technik und Chemie zur Weiterentwicklung der erfolgreichen deutschen Qualitätskultur „Made in Germany“.