01.05.2026
Bewertung der Schweißeignung von Altstählen: Von Baumann-Abdruck und Metallographie über reale Schweißversuche bis hin zu Schweiß-ZTU-Diagrammen

Bewertung der Schweißeignung von Altstählen: Von Baumann-Abdruck und Metallographie über reale Schweißversuche bis hin zu Schweiß-ZTU-Diagrammen

Quelle: BAM

In Deutschland existieren mehr als 6000 Stahlbrücken und Stahlskelettbauten des Hochbaus aus Altstahl, die älter als 80 Jahre sind und in den nächsten Jahren instandzusetzen sind. Für werterhaltende und -steigernde Maßnahmen an bestehenden Altstahl-Konstruktionen ist das Schweißen als besonders wirtschaftliches Fügeverfahren prädestiniert. Nieten- und Schraubenverbindungen sind dagegen oft äußerst unwirtschaftlich. Für die Instandsetzung ist vielfach bestehendes und beschädigtes durch neues Material zu ersetzen und mit Altstahl, meist Flussstahl, zu schweißen. Eine nachhaltige, ressourceneffiziente Reparatur gelingt durch Einsatz moderner Feinkornbaustähle. Ferner erlauben moderne geregelte MSG-Prozesse eine gezielte, adaptierte Einbringung der Wärme in die Schweißnaht und das breite Portfolio zugelassener Schweißzusätze auszunutzen. Wärmeeintrag und Aufmischung in der WEZ werden verringert und Beanspruchungen reduziert. Damit sind degradierte Gefüge vermeidbar, die bei Altstählen hohe Rissrisiken während Fertigung und Betrieb sowie deutlich verringerte Tragfähigkeiten bedingen. Mithilfe einer Altstahl-Datenbasis, praxisrelevanten Schweißversuchen und Analysen werden schweißtechnische Konzepte erarbeitet, um beanspruchungsgerechte Alt-Neustahl-Mischverbindungen herzustellen. Dies soll eine nachhaltige und ressourcenschonende Erhaltung bestehender Infrastruktur in Deutschland ermöglichen.

Challenges in the evaluation of the weldability of old mild steels for future use
Schroeder, N., Uhlig, M., Kromm, A. et al.
Weld World (2026)