20.03.2020

Gastwissenschaftlerin Dr. Ana Belenguer (rechts) mit BAM-Wissenschaftlerin Dr. Franziska Emmerling 2019 in Adlershof

Internationales Team: Gastwissenschaftlerin Dr. Ana Belenguer (rechts) mit BAM-Wissenschaftlerin Dr. Franziska Emmerling 2019 in Adlershof

Quelle: BAM, Referat Kommunikation, Marketing

Gastwissenschaftlerin Dr. Ana Belenguer ist „Wiederholungstäterin“: Die gebürtige Spanierin von der Cambridge University arbeitete bereits mehrfach mit dem Team von Dr. Franziska Emmerling an Analysen zu kristallinen Strukturen. Die Cambridge-Madrid-Berlin-Connection erweist sich dabei auf mehreren Ebenen als produktiv – von der konkreten Expertise bis zum Ausbau eines internationalen Netzwerkes.

Fragt man Ana Belenguer, warum sie die BAM für ihre Forschungskooperation ausgewählt hat, so ist ihre Antwort recht klar: Es sind die qualitativ hochwertigen und präzisen Studien der BAM, die sie selbst schon oft für ihre weiterführende Forschung verwendet hat. Qualität in der Analytik ist ihr außerordentlich wichtig. Und warum dann nicht direkt mit den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die das so verlässlich können, zusammen forschen?

Internationale Wissenschaft in Berlin

Begonnen hat der Austausch eigentlich schon etwas eher – genauer 2019 mit Start der aktuellen COST-Action „Mechanochemistry for Sustainable Industry“ (Mech@SusInd). COST ist eine gemeinsame Organisation zahlreicher europäischer und einiger außereuropäischer Staaten, die die Zusammenarbeit im Bereich der wissenschaftlichen und technischen Forschung fördert.

Bei der Mechanochemie, mit der sich Ana Belenguer beschäftigt, werden Reaktionen zwischen Substanzen allein durch mechanische Einwirkungen erzielt; zusätzliche Impulse sind nicht erforderlich. So lassen sich beispielsweise sogenannte Co-Kristalle herstellen, die, wenn sie in pharmazeutischen Produkten enthalten sind, deren Wirkungsgrad verbessern können.

Im Juli 2019 fand das erste große Treffen aller Mech@SusInd-Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der BAM in Berlin-Adlershof statt: Zwei Tagen lang tauschten sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verschiedenster Disziplinen zu den Potentialen der Mechanochemie im Kontext der chemischen, pharmazeutischen und verfahrenstechnischen Industrie aus. Die COST-Action wird noch bis 2023 dauern; insgesamt nehmen 32 europäische Staaten sowie Russland, Kanada, China, Mexiko, Singapur und die USA teil. Ziel solcher COST-Actions ist es, europa- und weltweite Netzwerke zu fördern. Dabei geht es nicht nur um den Austausch zu wissenschaftlichen Themen, sondern auch um deren gemeinsame weitere Bearbeitung, um so Impulse für die eigene Forschung und Karriere zu gewinnen. Mehrere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der BAM sind in verschiedenen COST-Actions tätig.

Gemeinsam mehr erreichen

Für Ana Belenguer ist es die perfekte Gelegenheit, in ihrem Forschungsgebiet über den Tellerrand zu schauen und ihre Expertise mit der der BAM-Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu verknüpfen. Aktuell arbeitet sie mit Doktorandinnen, Doktoranden und Postdocs im Bereich der Struktur- und Umweltanalytik an verschiedenen Forschungsprojekten. Dazu ist sie beispielweise an in-situ-Untersuchungen am Berliner Elektronenspeicherring für Synchrotronstrahlung BESSY II und am Deutschen Elektronen-Synchrotron DESY beteiligt. Im Juni sollen dazu die ersten gemeinsamen Publikationen veröffentlicht werden. Die Ergebnisse werden die Mechanochemie als alternativen Syntheseweg weiter etablieren.

Dafür pendelt Ana Belenguer immer wieder zwischen der Cambridge University, an der sie am Institut für Chemie forscht, und der BAM in Adlershof – physisch, aber auch virtuell. Der weiteren Zusammenarbeit sind also trotz temporärer Grenzschließungen keine wissenschaftlichen Grenzen gesetzt: Für die quirlige Wissenschaftlerin und das Forschungs-Team an der BAM ist der Austausch schon zur willkommenen Routine geworden.