Dr. Tanja Manninger

Dr. Tanja Manninger, Fachbereich Baustoffe

Quelle: BAM

Interview Serie "Kurz vorgestellt: Menschen@BAM"
Dr. Tanja Manninger, Fachbereich Baustoffe

Tanja, erzähl uns ein wenig über dich. Was hast du in "deinem Leben vor der BAM" gemacht?

Ich habe Chemie und später Erdwissenschaften an der Universität Innsbruck studiert und mit einem Bachelor in Erdwissenschaften abgeschlossen. Anschließend habe ich dort einen Masterabschluss in Material- und Nanowissenschaften gemacht. Sowohl meine Bachelor-, als auch meine Masterarbeit entstanden am Institut für Mineralogie. Während meines Studiums arbeitete ich als Lageristin, in der Gastronomie und als Tutorin. Da ich das Studium sehr ansprechend fand, suchte ich nach Ideen und entschied mich für eine Promotion. Ich wurde am Institut für Angewandte Mineralogie in Erlangen Promovendin. Nach 3,5 Jahren am Ende meiner Promotion eröffnete sich die Möglichkeit einer Postdoc-Stelle an der BAM. Die Stelle machte mich neugierig, aber ich hatte meine Doktorarbeit noch nicht komplett fertig geschrieben. Dennoch bewarb ich mich für die Position und fand eine schöne Gelegenheit, meine eigenen Forschungsideen umzusetzen. Ich habe meine Doktorarbeit etwa 5 Monate, nachdem ich an der BAM angefangen habe, verteidigt. Die Verzögerung ergab sich durch das Coronavirus; es entstanden dadurch aber keine Schwierigkeiten.

Was hat dich dazu inspiriert, eine Karriere in der Wissenschaft zu verfolgen? Hast du Vorbilder und wenn ja, welche?

Ich habe mich schon als Kind in die Wissenschaft verliebt. Natursendungen im Fernsehen sowie manchmal mit meinen Eltern Fossilien und Mineralien zu sammeln, waren meine Highlights. In der Oberschulzeit war ich nachmittags im Chemie-Club der Schule und fand dort Freunde fürs Leben.

Prof. Manuela Killian ist ein Vorbild für mich. Ich konnte den Prozess miterleben, wie sie zur Professorin berufen wurde und konnte bereits viel von ihr lernen - hoffentlich auch in der Zukunft!

Worauf konzentriert sich deine Forschung und was reizt dich daran besonders?

Mikrostrukturen in Zement und Beton und wie diese die Materialeigenschaften beeinflussen, sind Ziel meiner Forschung. Es gibt viele noch unbekannte Faktoren, obwohl die Materialien weit verbreitet sind. Ich möchte mehr über die Gebäude um uns herum lernen und wie wir unsere Infrastruktur fit für die Zukunft machen können. Ich möchte außerdem sichere, aber auch nachhaltige Materialien für unsere Zukunft schaffen. Diese Ziele möchte ich erreichen, indem ich mehr Wissen über die Mikrostrukturen in den Materialien gewinne und die Materialien nach meinen Ideen verändere.

Gibt es etwas, das in deinem Forschungsfeld allgemein bekannt, aber anderswo vielleicht unbekannt ist?

Zement gemischt mit Wasser kann sehr heiß werden. Man kann sich nicht nur die Finger an schnell aushärtenden Mischungen verbrennen, sondern die thermische Ausdehnung kann auch zu Rissbildung im Material selbst führen.

Warum gerade die BAM? Was gefällt dir an deiner Arbeit hier?

Ich schätze die Unterstützung, die ich erhalte, um meinen eigenen Weg in der Forschung zu finden. Meine Vorgesetzten, so wie das BAM-Team zur Einwerbung von Forschungsgeldern sind sehr hilfreich und bringen mich voran. Auch ist es die an der BAM verfügbare, umfassende Forschungsinfrastruktur. Aber ich denke, am wichtigsten sind meine Kolleg*innen und Vorgesetzten, die mich fördern und erfolgreich sehen wollen.

Wenn du deine Arbeit an der BAM in einem Satz beschreiben müsstest – wie würde er lauten?

Eine Möglichkeit, um persönlich zu wachsen.