Dr. Marc Benjamin Hahn

Dr. Marc Benjamin Hahn, Fachbereich Physik und chemische Analytik der Polymere

Quelle: BAM

Interview Serie "Kurz vorgestellt: Menschen@BAM"
Dr. Marc Benjamin Hahn, Fachbereich Physik und chemische Analytik der Polymere

Marc, erzähl uns ein wenig über dich. Was hast du in "deinem Leben vor der BAM" gemacht?

Ich habe an der "Freien Universität Berlin" Physik mit den Schwerpunkten Oberflächenwissenschaften und Magnetismus studiert. Während dieser Zeit hatte ich die wunderbare Gelegenheit, einige Zeit im Ausland zu verbringen: an der "Universidad de Cantabria" in Spanien und der "Alexandria University" in Ägypten. Beide Aufenthalte waren sowohl aus persönlicher als auch aus fachlicher Sicht sehr bereichernd. In einem so vielfältigen sozialen und kulturellen Umfeld zu leben, zu lernen, zu arbeiten und zu diskutieren, hat mir wertvolle Erfahrungen und neue Erkenntnisse gebracht.

Was hat dich dazu inspiriert, eine Karriere in der Wissenschaft zu verfolgen?

Meine Motivation, Physik zu studieren, war – ganz klar – um zu verstehen "was die Welt im Innersten zusammenhält". Nach einer Weile wurde mir jedoch klar, dass mich jede neu entdeckte Antwort mit zusätzlichen, noch herausfordernderen Fragen konfrontiert. Das hat meine Motivation gestärkt, Wissenschaft als Werkzeug zu nutzen, um (zumindest einige) Probleme in der Gesellschaft zu lösen. Was mich schließlich dazu brachte, mich mit Strahlenbiophysik zu beschäftigen.

Hast du Vorbilder und wenn ja, welche?

Ich würde nicht sagen, dass ich ein bestimmtes Vorbild habe. Aber es gibt viele Menschen, die ich für bestimmte persönliche Eigenschaften bewundere und die ich versuche, mir als gutes Beispiel zu nehmen.

Worauf konzentriert sich deine Forschung und was reizt dich daran besonders?

Mein aktueller Forschungsschwerpunkt liegt auf der Wechselwirkung von ionisierender Strahlung mit Biopolymeren. Insbesondere interessiert mich die strahleninduzierte Schädigung von DNA und Proteinen und die zugrundeliegenden physikalischen und chemischen Mechanismen. Aufgrund der Interdisziplinarität des Themas an der Schnittstelle zwischen Physik, Biologie und Chemie, musste ich lernen, die jeweilige "Sprache" der verschiedenen Gemeinschaften zu sprechen. Der breite Fokus, die interessanten und herausfordernden Fragen, die es zu beantworten gilt, und die möglichen positiven Auswirkungen auf die Gesellschaft sind das, was mich am meisten motiviert.

Warum gerade die BAM? Was gefällt dir an deiner Arbeit hier?

Aufgrund des breiten Spektrums und der gut ausgestatteten Labore ist die BAM ein großartiger Ort, um interdisziplinäre Forschung zu betreiben, bei der der Zugang zu modernsten Technologien entscheidend ist. Die Möglichkeit, diese Technologien zu nutzen, in Kombination mit kompetenten und hilfsbereiten Kollegen, mag ich am meisten.

Vor welchen Herausforderungen in deiner Karriere hast du vielleicht schon gestanden? Und wie hat sich z. B. die Corona-Pandemie auf deine Forschung ausgewirkt?

Die Unsicherheit, gerade zu Beginn der Pandemie, machte die langfristige Planung von Experimenten und Projekten recht schwierig. Glücklicherweise haben wir das durch flexible Regelungen und Unterstützung vieler Kollegen schnell überwunden. Eine ähnliche Unsicherheit sehe ich hinsichtlich langfristiger Perspektiven in der Forschung – insbesondere bei der Beschäftigungssituation vieler Nachwuchswissenschaftler mit befristeten Verträgen. Diese Ungewissheit hält oft davon ab, wirklich herausfordernde Fragen in der Wissenschaft anzugehen. Man ist gezwungen, sich auf die eher lösbaren Probleme zu konzentrieren, da man nicht genug Zeit hat, um die "großen Fragen" zu beantworten. Für mich wurde dieses Problem teilweise gelöst, da ich Förderung von der DFG zur Leitung eines Forschungsprojekts erhalten habe, und mich damit der Untersuchung von "Ionizing Radiation Damage to Nucleoprotein Filaments involved in DNA Replication, Recombination and Repair" widmen kann. Das gibt mir die Möglichkeit, meine Aufmerksamkeit für ein paar Jahre auf einige dieser "großen Fragen" zu richten.

Was macht du, wenn du nicht gerade forschst?

Nach einem langen und konzentrierten Tag im Labor entspanne ich gerne mit guten Freunden bei einem kleinen Drink. Meine Freizeit verbringe ich gerne in der Natur – zum Beispiel bei einer Wanderung oder auf einem Segelboot.

Wenn du deine Arbeit an der BAM in einem Satz beschreiben müsstest – wie würde er lauten?

Immer wieder anders/neu/aufregend.