Dr. Biwen Annie An

Dr. Biwen Annie An, Biodeterioration and Reference Organisms Division

Quelle: BAM

Interview Serie "Kurz vorgestellt: Menschen@BAM"
Dr. Biwen Annie An, Fachbereich Biologische Materialschädigung und Referenzorganismen

Annie, erzähl uns ein wenig über dich. Was hast du in "deinem Leben vor der BAM" gemacht?

Ich bin in Calgary, Kanada, aufgewachsen. Wir nennen es 'Cow-town', weil es in Zentral-Kanada liegt, umgeben von Farmen und Ölfeldern. Ich habe im Fach Umweltmikrobiologie promoviert und durfte viele Feldproben aus den Erdölreservoirs sammeln. Es war eine großartige Erfahrung, ins Feld zu gehen, umgeben von der Natur, mit einer Dose Bärenspray und Probensammelflaschen...

Was hat dich dazu inspiriert, eine Karriere in der Wissenschaft zu verfolgen? Hast du Vorbilder und wenn ja, welche?

Ich habe mich schon immer für Biologie interessiert. Mein Interesse an der Wissenschaft wurde geweckt, als mir mein bester Freund aus Kindertagen ein Buch über Darwin und die Theorie der natürlichen Selektion schenkte. Mit der Zeit interessierte ich mich immer mehr für die Mikrobiologie. Als ich meinen damaligen Doktorvater, Dr. Gerrit Voordouw, kennenlernte, war ich von dem Konzept der angewandten Mikrobiologie so fasziniert, da es eine ganz neue Dimension der integrativen Forschung eröffnete. Dr. Voordouw selbst ist extrem fleißig, fleißig und brillant – alles Eigenschaften, die ich eines Tages erreichen wollte.

Worauf konzentriert sich deine Forschung und was reizt dich daran besonders?

Meine Forschung konzentriert sich auf die interdisziplinäre Mikrobiologie, die neben Mikrobiologie auch Materialwissenschaft, Elektrochemie und analytische Wissenschaft integriert. Wir alle wissen, dass diese 'Bugs' überall sind, und was wir in unserem Labor versuchen, ist, sie durch eine Anwendungsperspektive zu verstehen. Auf diese Weise können wir ihre Auswirkungen auf die Energieumwandlung aber auch die Beschädigung von Infrastruktur untersuchen. Der spannendste Aspekt unserer Forschung ist das Unbekannte. Es gibt einfach so viel, was wir mit Mikrobiologie machen können, und so viel Potenzial, das wir erforschen können.

Warum gerade die BAM? Was gefällt dir an deiner Arbeit hier?

Als ich meine Promotion abschloss, wollte ich mein Wissen in Bezug auf Materialforschung und verschiedene analytische Techniken erweitern. Als ich die Stellenausschreibung der BAM für den Fachbereich 4.1 sah, war ich ganz aufgeregt und habe mich sofort beworben.

Hier an der BAM begeistern mich die vielfältigen verfügbaren Ressourcen und die hilfsbereiten Kollegen, die mir bei meiner Arbeit helfen. Ich habe hier einige großartige Freunde gefunden, und meine Chefin, Dr. Andrea Koerdt, ist zweifelsohne diejenige, die mich am meisten unterstützt. Unser ganzes Team in der 4.1 ist voll von erstaunlich hilfsbereiten und freundlichen Kollegen. Also, ich würde sagen, bis jetzt ist es an der BAM großartig!

Wie hat sich die Corona-Pandemie auf deine Forschung ausgewirkt?

Die COVID-Situation hat uns und unsere Forschung zweifelsohne vor einige Herausforderungen gestellt. Aber wir konnten in dieser Zeit zwei Paper veröffentlichen. Und wir hatten Zeit, unsere Forschung neu zu strukturieren und uns in neue Bereiche vorzuwagen. Die Anzahl der virtuellen Meetings fordert zwar ihren Tribut, aber es hat uns geholfen, unser eigenes Webinar über die Auswirkungen von Mikroorganismen auf die unterirdische H2-Lagerung zu starten. Insgesamt hatten wir 180 Teilnehmer und erhielten überwältigend viel positives Feedback.

Wir wollen nun versuchen, ein solches Treffen wieder zu organisieren. Außerdem bin ich jetzt im wissenschaftlich-technischen Komitee der ISMOS-8 tätig, der größten Konferenz für Mikrobiologie und Molekularbiologie in der Öl- und Gasindustrie. In bin da zu ersten Mal dabei und es ist ziemlich aufregend! Obwohl die Konferenz virtuell veranstaltet wird, haben sich bereits rund 125 Teilnehmer angemeldet. Trotzdem hoffe ich, in naher Zukunft wieder persönlich an den Treffen teilnehmen zu können.

Was macht du, wenn du nicht gerade forschst?

In meiner freien Zeit spiele ich gerne Brettspiele mit Freunden. Ich bin ein Brettspiel-Junkie, daher bin ich immer auf der Suche nach neuen Spielen, die ich spielen kann.

Wenn du deine Arbeit an der BAM in einem Satz beschreiben müsstest - wie würde er lauten?

Metallfressende Mikroben sind die „power houses“ der Zukunft!