18.05.2016

Dr. Oliver Jann an einer Emmissons-Messkammer der BAM

Dr. Oliver Jann an einer Emissions-Messkammer: Diese schaffen eine kontrollierte Versuchsumgebung für eine exakte Untersuchung des Schadstoffausstoßes.

Quelle: BAM/Thomas Köhler

Millionen Laserdrucker oder Multifunktionsgeräte mit Laserdruckfunktion stehen in deutschen Büros und Haushalten. Die öffentliche Diskussion um mögliche Gesundheitsgefahren durch Schadstoffausstoß dieser Geräte ebbt seit Jahren nicht ab. Die BAM entwickelt Prüfverfahren zur Messung der Schadstoff-Emission dieser Geräte. Ziel sind emissionsarme Produkte und gesundheitsverträgliche Umgebungsluft.

Die BAM entwickelt „Blauer Engel“-Richtlinien weiter

Schadstoffarme Geräte erhalten den "Blauen Engel", das national und international anerkannte Umweltzeichen der Bundesregierung zum Schutz von Mensch und Umwelt. Die Vergaberichtlinien für das freiwillige Umweltzeichen werden seit vielen Jahren auch von der BAM erarbeitet und weiterentwickelt.

Der "Blaue Engel" hilft Verbrauchern bei der Kaufentscheidung und gibt Herstellern einen wichtigen Anreiz für Produktverbesserungen. Seit 2013 wird bei Laserdruckgeräten mit dem "Blauen Engel" auch die Emission sehr kleiner Partikel berücksichtigt. Wissenschaftler der BAM bekamen dazu einen Arbeitsauftrag des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit im Rahmen des Umweltforschungsplans (UFOPLAN).

Die Forscher erarbeiteten eine Prüfmethode, analysierten die chemischen und physikalischen Eigenschaften der ausgestoßenen Partikel und untersuchten Laserdruckgeräte unter kontrollierten Bedingungen in Emissions-Messkammern. Die Ergebnisse sind in der aktuellen Fassung der Vergabegrundlage des "Blauen Engels" berücksichtigt. Den "Blauen Engel" erhalten die Geräte seit Januar 2013 nur noch, wenn sie die strengen Anforderungen an die Partikelemission einhalten.

Ein BAM-Mitarbeiter nimmt Testausdrucke aus einem Drucker in der BAM-Emissionsmesskammer

Die BAM misst den Ausstoß von Partikeln, flüchtigen organischen Verbindungen und Ozon beim Ausdruck von Testseiten. Die Qualitätsstandards werden weltweit angewendet.

Quelle: BAM/Thomas Köhler

Standards für gesunde Raumluft

"Die Luft im Außenbereich ist mit Grenzwerten klar geregelt", sagt Dr. Oliver Jann, Leiter des Fachbereichs Materialien und Luftschadstoffe in der BAM. „Im Innenraum, in Büros und Privaträumen, ist dies noch nicht der Fall, weil das der Privatsphäre zugerechnet wird“, so Dr. Jann weiter. Die BAM unterstützt die Politik aktuell bei der Entwicklung von nationalen und internationalen Normen zum Schutz vor schädlichen Emissionen und Immissionen in der Raumluft. Dazu entwickelt die BAM neue Prüfmethoden und Emissionsgrenzen, die von anerkannten Prüfinstituten weltweit angewendet werden. Außerdem ist die BAM Anbieter von Vergleichsversuchen, sogenannten Ringversuchen, die als Qualitätsmanagement-Tool für Prüfinstitute weltweit gelten.