04.06.2015

Sprengtest mit einem Geldautomaten

Geldautomaten-Sprengtest auf dem BAM Testgelände Technische Sicherheit (TTS) in Horstwalde

Quelle: BAM

Sie kommen meist nachts, leiten Gas in Geldautomaten und sprengen diese. Der Schaden durch diese Kriminellen ist hoch: Die Täter zerstören die Geldautomaten, beschädigen Bankfilialen durch Feuer oder die Wucht der Explosion und erbeuten Bargeld. Außerdem gefährden sie Menschen, wenn diese in die Nähe der Explosion geraten. Die Fälle haben in den vergangen Jahren deutlich zugenommen. Laut Presseberichten waren es 15 im Jahr 2005, im Jahr 2015 schon über 100 Angriffe deutschlandweit. Tendenz steigend.

Vorgehen der Täter simulieren

Die BAM arbeitet daran, Geldautomaten gegen Gasangriffe zu sichern: „Wir testen, ob die Geldautomaten Explosionen gewachsen und die eingebauten Schutzsysteme ausreichend sind“, sagt Dr. Kai Holtappels, Leiter des Fachbereichs Konstruktiver Brand- und Explosionsschutz Gase. Dazu führt die BAM auf ihrem Testgelände Technische Sicherheit (TTS) im brandenburgischen Horstwalde Explosionsversuche mit verschiedenen Typen von Geldautomaten und mit Sicherheitssystemen durch. Bei den Tests werden auch Gasgemische eingesetzt, die von Tätern verwendet werden.

Das Testgelände bietet dafür einzigartige Möglichkeiten. Mit Hochgeschwindigkeitsdrucksensoren wird die Wirkung der Explosionen auf die Geldautomaten gemessen und genau analysiert, wo deren Material versagt. Während der Sprengung machen BAM Mitarbeiter außerdem Videoaufnahmen mit bis zu 20.000 Bildern pro Sekunde, auch mit Drohnen.

Öffnung der Behälter verhindern

Die Daten aus den Versuchen werden genutzt, um die Explosionsfestigkeit zu steigern und das Öffnen der Wertschutzbehälter durch Kriminelle zu verhindern. Geldautomaten-Hersteller können ihre Geräte so gegen Gasexplosionen sichern und Schutzsysteme weiterentwickeln, damit Kriminelle in Zukunft keine Chance mehr haben.