12.03.2018

Die BAM wird mit den Themen Industrie 4.0, Nachhaltigkeit und Start-ups auf der Hannover Messe 2018 vertreten sein

Die BAM wird mit den Themen Industrie 4.0, Nachhaltigkeit und Start-ups auf der Hannover Messe 2018 vertreten sein

Quelle: BAM, rechts außen: Foto: Michael Danner

Auch 2018 war die BAM wieder auf der Hannover Messe vertreten. Vom 23. bis 27. April wurden am BAM-Stand in der Halle 2 "Research & Technology" unter anderem aktuelle Projekte aus den Bereichen Industrie 4.0, Nachhaltigkeit und Start-ups vorgestellt.

Alle Pressemitteilungen finden Sie hier.

Industrie 4.0

Additive Manufacturing: 3D-Druck im Space

Forschen in der Schwerelosigkeit: Das Team von Prof. Dr. Jens Günster, Leiter des Fachbereiches Keramische Prozesstechnik und Biowerkstoffe und zugleich Professor für Hochleistungskeramik an der TU Clausthal führt Experimente zur additiven Fertigung unter Microgravity-Bedingungen durch. Ziel ist es, zu zeigen, dass Astronauten auf einer Weltraummission Werkzeuge oder Ersatzteile bei Bedarf per 3D-Druck selbst herstellen können.

„Pulverbasierte additive Fertigung unter Schwerelosigkeit” lautet das Projekt, bei dem ein Bauteil durch Aufbringen von Schichten eines fließfähigen Pulvers mittels 3-D Druck hergestellt wird. Die Fertigung erfolgt auf Basis von Datenmodellen; dabei wird in diesem Fall Pulver mittels Binder Jetting, also dem Einspritzen eines flüssigen Binders geformt – vergleichbar mit dem bekannten 3D-Druck-Verfahren. Neu ist allerdings, dass das Prozessgas (hier Luft) durch die Pulverschichten gesaugt wird (gasflussunterstützte Pulverdeposition) und somit eine Stabilisierung des Pulverbetts auch ohne Gravitation erfolgen kann.

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Nachhaltigkeit

Baustoffe: Pionier des Bio-Betons

Die BAM erforscht in dem interdisziplinären Projekt „M-Flow“ die Fließeigenschaften von Beton. Das Team um Dr. Wolfram Schmidt vom Fachbereich Baustofftechnologie will hier neue Impulse setzen, gerade weil viele Normen und Vorschriften im Bausektor noch auf Baustoffkenntnissen aus den 1960er-Jahren beruhen.

Dabei geht es auch um den optimalen, nachhaltigen Beton – mit Hilfe von Pflanzenstärke: Cassava oder auch Manjok ist gerade in Afrika eines der wichtigsten Nahrungsmittel und wird in zunehmend größeren Mengen angebaut. Nigeria ist mit Abstand größter Produzent weltweit. Die daraus resultierende Menge an anfallenden Reststoffen ist industriell interessant. In einem gemeinsamen Projekt der BAM und Dr. Kolawole Olonade von der Obafemi Awolowo University geht es darum, diese Reststoffe, die derzeit keinerlei Nutzen haben, dreifach wiederzuverwenden. Ziel ist es, ein erstes Haus aus Cassava-Bio-Beton zu bauen.

Über weitere Kooperationen und Projekte werden afrikanische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bei der Forschung an Beton und Bindemitteln sowie bei der Organisation von Workshops zu nachhaltigem Zement unterstützt. Von ihren gemeinsamen Erkenntnissen profitieren auch die Beton-Experten in Europa.

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Phosphor-Recycling: Dünger der Zukunft

Phosphor ist ein wertvoller Nährstoff, den jeder Organismus braucht, aber nicht selbst produzieren kann. Die fossilen Phosphor-Ressourcen sind begrenzt; dennoch werden in Deutschland phosphorhaltige Klärschlammaschen bis heute größtenteils in Deponien abgelagert. BAM-Wissenschaftler Dr. Christian Adam und sein Team vom Fachbereich Thermische Reststoffbehandlung und Wertstoffrückgewinnung arbeiten daran, technische Lösungen für die Rückgewinnung und Rückführung von Phosphor in den Stoffkreislauf zu entwickeln. Ein Ziel seiner Forschung: Ein neuartiger Dünger, der die Nährstoffe genau dann an die wachsende Pflanze abgibt, wenn sie diese braucht.

Thermisch aufbereiteter Klärschlamm eignet sich besonders gut für die Phosphorrückgewinnung, da die Klärschlammasche hohe Phosphorkonzentrationen enthält und sich gut recyceln lässt. Klärschlamm fällt in großen Mengen in Kläranlagen an und kann durch Verbrennung bei hohen Temperaturen zu Asche weiterverarbeitet werden. Bei der Verbrennung können Energie gewonnen und organische Schadstoffe, wie etwa Rückstände von Arzneimitteln, sicher zerstört werden. Der im Klärschlamm enthaltene Phosphor verbleibt dabei in der Asche und soll künftig zu einem Dünger der nächsten Generation weiterverarbeitet werden („Next Generation Fertilizers“).

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Start-ups

Jungunternehmer entwickeln neuartiges Verfahren zur Reinigung von Naturstoffen

Das Start-up Belyntic, ein Gründungsprojekt der Humboldt-Universität zu Berlin, hat ein innovatives Reinigungsverfahren für chemisch synthetisierte Peptide entwickelt. Mit der BAM als Kooperationspartner, das dem Gründerteam Labor- und Büroflächen zur Verfügung stellt, soll die Technologie nun zur Marktreife gebracht werden.

Peptide bezeichnen eine Naturstoffklasse, die aus Aminosäuren aufgebaut ist. Sie sind unentbehrlich für jeden Stoffwechselvorgang. Daher gehören sie heute zu den vielversprechendsten Wirkstoffkandidaten in Therapeutika. Damit Peptide als Wirkstoff aber eingesetzt werden können, müssen sie in hochreiner Form vorliegen. Die derzeit üblichen Verfahren zur Peptidreinigung sind jedoch zeit- und kostenintensiv. Hier setzt nun Belyntic an: Das Verfahren eignet sich für eine schnelle, zuverlässige und einfache Peptidreinigung, ohne hohe Drücke vom Milligramm- bis zum Kilogramm-Maßstab. Da keine organischen Lösungsmittel benötigt werden, stellt der Prozess eine kostengünstige und umweltschonende Alternative zu bestehenden Verfahren dar.

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