Die BAM auf der Hannovermesse 2016

Wie schon im letzten Jahr präsentiert die BAM auch 2017 wieder innovative Forschungsprojekte und gibt einen Einblick in die vielfältigen Aufgabenbereiche einer Ressortforschungseinrichtung.

Quelle: BAM

Wie lässt sich die Lebensdauer von Windenergieanlagen verbessern?
Wie sicher ist die Nutzung alternativer Treibstoffe?
Wie kann Mikroplastik in der Umwelt schnell nachgewiesen werden?

Auch 2017 ist die BAM wieder auf der Hannover Messe vertreten. Vom 24. bis 28. April 2017 werden im Bereich Research & Technology unter anderem aktuelle Forschungsprojekte aus den fünf Themenfeldern Energie, Infrastruktur, Umwelt, Material und Analytical Sciences vorgestellt.

Zudem präsentiert sich die BAM als attraktive Arbeitgeberin und weist auf ihr Angebot zum Girls Day hin.

Betriebsfestigkeit von Offshore-Windenergieanlagen

Die BAM erforscht im Projekt „Lebensdauerverlängerung und Betriebsfestigkeit von Windenergieanlagen“ (LeBeWind) den sicheren Betrieb von Offshore-Windenergieanlagen. Im Mittelpunkt der Untersuchungen stehen Methoden zur zuverlässigen Schadenserkennung, -lokalisation und -bewertung mit dem Ziel, die Betriebsfestigkeit der Anlagen zu gewährleisten und deren Lebensdauer zu verlängern. Insbesondere gilt es, Schadensdetektion- und Reparaturkonzepte zu entwickeln, die auch auf See effizient funktionieren. Dazu bündelt die BAM Kompetenzen aus Ingenieurbau, Werkstofftechnik und Materialwissenschaften. Teilprojekte widmen sich der Reparatur von Rotorblättern, dem Korrosionsschutz durch Beschichtungen, der Verbindung von Stahlrohren über Spezialmörtel und der Betriebsfestigkeit des Triebstrangs. Übergreifende Themen sind Zustandserfassung und -bewertung, insbesondere zerstörungsfreie Prüfung sowie die Prävention möglicher Schäden.

Themenfeld Energie

Sicherheit von Verkehrsinfrastrukturen

Im BAM Projekt „Sicherheit von Verkehrsinfrastrukturen“ (SiVi) werden verschiedene Szenarien zur Stofffreisetzung von verflüssigtem Erdgas (LNG) in Tunneln erforscht. Auf dem BAM Testgelände Technische Sicherheit in Horstwalde bei Berlin hat die BAM eine Versuchsanlage mit den Abmessungen eines Tunnelbauwerks errichtet, die es ermöglicht, die Ausbreitung von LNG unter realen Bedingungen zu untersuchen und mögliche Folgen wie z.B. die Zündung des Stoffgemisches mittels Rechenmodellen weitergehend zu erforschen. Untersucht werden die Auswirkungen auf die Bauwerks- und Personensicherheit sowie den Transport von Gefahrgut in Tunneln.

Themenfeld Infrastruktur

Akustische & faseroptische Sensorik

Rohrleitungssysteme in Industrieanlagen führen meist große Mengen an Gasen oder Flüssigkeiten über lange Distanzen. Aufgrund der hohen Fördermengen können bereits kleinste Lecks Umwelt- und Personenschäden verursachen und zu hohen Reparaturkosten führen. Das BAM-Projekt "Anwendung der verteilten akustischen und faseroptischen Sensorik zur kontinuierlichen Überwachung von Rohrleitungen" (AGIFAMOR) untersucht, wie man Rohrleitungssysteme kontinuierlich auf Schäden wie Risse, Brüche oder Ablagerungen überwachen kann.

Lesen Sie mehr zum Projekt "Frühwarnsystem für Rohrleitungen"

Themenfeld Infrastruktur

Mikroplastik schneller messen

Die BAM hat eine neue und bisher einzigartige Methode zur Messung von Mikroplastik in der Umwelt entwickelt. Umweltproben werden erhitzt und die entstehenden gasförmigen Zersetzungsprodukte analysiert. Diese schnelle Analyse von umfangreichen Proben ermöglicht eine umfassende Bewertung des Aufkommens, der Quellen und des Verbleibes von Mikroplastik in der Umwelt. Diese sollen dem Gesetzgeber helfen, eine bessere Risikobewertung durchzuführen und Vermeidungsstrategien zu entwickeln.

Lesen Sie mehr zum Thema "Mikroplastik schneller messen"

Themenfeld Umwelt

Korrosionsschnelltest „KorroPad“

Nichtrostender Stahl ist von einer schützenden Chromoxidschicht, auch Passivschicht genannt, umgeben. Durch Fehler in der Verarbeitung kann es vorkommen, dass sich die Schutzschicht nicht überall auf der Oberfläche ausbildet. So kann es zu lokaler Rostbildung kommen. Die BAM hat einen Farbschnelltest entwickelt, mit dem die Oberfläche nichtrostender Stähle schnell, preiswert und vor allem auch von Nicht-Fachleuten überprüft werden kann. Bislang übliche Methoden, wie beispielsweise der Salzsprühnebeltest, sind zeit- und kostenintensiv und zerstören die Oberfläche des Stahls. Mit dem KorroPad-Korrosionsschnelltest der BAM lassen sich Stähle dagegen schnell und zerstörungsfrei testen, indem freigesetzte Eisenionen durch einen Farb-Indikator direkt sichtbar gemacht werden. Das KorroPad ist in der Anwendung simpel und eine Einschätzung des Passivschichtzustands somit ohne Vorkenntnisse möglich. Die Einsatzmöglichkeiten sind sehr vielfältig und reichen von der Wareneingangs- und Warenausgangskontrolle, bis hin zur Prozessüberwachung und -optimierung, oder Prüfung der Schweißnahtnachbearbeitung.

Themenfeld Material

RFID-Sensoren für die Bauteilüberwachung

Im Projekt „Kommunizierende Sensorsysteme für die Bauteil- und Umweltüberwachung“ (KonSens) untersucht ein BAM-Wissenschaftsteam die Einbettung von Sensoren in Brücken und andere Bauwerke. So sollen zukünftig Korrosionsschäden und Sanierungsbedarfe schneller und kostengünstiger ermittelt werden. Passive RFID-Sensoren (Radio Frequency Identification) können direkt in ein Bauteil oder Bauwerk integriert werden. Die eingebettete Sensorik kann über die gesamte Lebensdauer des Bauwerks, viele Jahrzehnte, im Bauteil erhalten bleiben und genutzt werden.

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Themenfeld Analytical Sciences

Fallversuche & Beanspruchungsanalysen

Die BAM verfügt über einen Prüfstand für geführte Fallversuche inklusive vielseitiger Messtechnik (Sensorik), mit dem verschiedene dynamische, individuell anpassbare Untersuchungen wie Crash-, Biege- und Druckversuche durchgeführt und bewertet werden können. Die BAM führt solche Belastungsversuche sowohl an Material- und Bauteilkombinationen als auch Werkstoffproben durch. Die Untersuchungen umfassen Messungen von Weg-, Geschwindigkeits- und Beschleunigungszeitverläufen sowie die Erfassung von Dehnungen und Kräften.

Fallversuche und Beanspruchungsanalysen: links ein Prüfstand für geführte Fallversuche; rechts ein Versuchsaufbau zur Charakterisierung von stoßdämpfenden Werkstoffen

Fallversuche und Beanspruchungsanalysen: links ein Prüfstand für geführte Fallversuche; rechts ein Versuchsaufbau zur Charakterisierung von stoßdämpfenden Werkstoffen

Quelle: BAM

Die BAM unterstützt Projektpartner bei der Erstellung einer Versuchsmethodik, der experimentellen Umsetzung und der anschließenden Aus- und Bewertung der Messdaten. Der Prüfstand ermöglicht Untersuchungen mit einer Belastungsgeschwindigkeit von bis zu 15,3 m/s und Fallgewichtsmassen bis zu 1.000 kg auf ein unnachgiebiges Fundament. Durch den Aufbau des Prüfstands können Komponenten mit einer Breite von bis zu 1600 mm und einer Länge von 5000 mm geprüft werden. Ein pneumatisch gesteuertes Auffangsystem kann die Fallmasse nach dem Aufprall aufgefangen, so dass ein Sekundäraufprall keine weiteren Schädigungen am zu untersuchenden Objekt verursacht.

Themenfeld Analytical Sciences