09.06.2017

Bild von der Bewegungsstudien zur Entwicklung von Brandschutz- und Rettungskonzepte, die die Sicherheit für Menschen mit körperlichen, geistigen oder altersbedingten Beeinträchtigungen erhöhen

Bewegungsstudie im Projekt SiME – Sicherheit für Personen mit körperlicher, geistiger oder altersbedingter Beeinträchtigung

Quelle: BAM, Fotograf: Ralf Eisenbach

Die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) führt am 10. und 11. Juni im Rahmen eines interdisziplinären Forschungsprojektes Bewegungsstudien mit etwa 350 Menschen mit und ohne Behinderung durch. Ziel ist es, Brandschutz- und Rettungskonzepte zu entwickeln, die die Sicherheit für Menschen mit körperlichen, geistigen oder altersbedingten Beeinträchtigungen erhöhen.

In Zusammenarbeit mit dem Jülich Supercomputer Centre werden in einer Werkhalle der Lebenshilfe Bergisches Land in Wermelskirchen, Nordrhein-Westfalen, typische Bewegungen im Alltag aufgezeichnet. Eine Gruppe heterogener Personen mit und ohne Hilfsmittel muss dabei verschiedene Wege im Gebäude zurücklegen. Die Bewegungen jeder einzelnen Person werden gleichzeitig mittels Videotechnik und Sensorik aufgezeichnet. Die Daten werden dann für die Berechnung unterschiedlicher Evakuationsszenarien genutzt.

„Stadtplanungskonzepte zur Inklusion konzentrieren sich meist auf den barrierefreien Zugang, nicht aber auf die Evakuation aus den Gebäuden in einem Notfall“, so die Projektleiterin Dr. Anja Hofmann-Böllinghaus vom Fachbereich Technische Eigenschaften von Polymerwerkstoffen an der BAM. „Genau hier setzt unsere Studie an: Wir wollen Rettungskonzepte entwickeln, die diese hilfebedürftigen Personengruppen berücksichtigen. Dabei geht es einerseits darum, Fluchtwege zu verbessern, aber auch darum, Schulungskonzepte für Pflege- und Rettungskräfte zu erarbeiten.“

Die Bewegungsstudien sind Teil des interdisziplinären Forschungsprojektes „SiME – Sicherheit für Personen mit körperlicher, geistiger oder altersbedingter Beeinträchtigung“, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert wird. Die BAM koordiniert das Projekt und arbeitet dazu mit den Projektpartnern, Jülich Supercomputer Centre, der Hochschule Niederrhein, der Werkstatt Lebenshilfe Bergisches Land, der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und der PTV Transport Consult GmbH zusammen.

Über die BAM

Die BAM gewährleistet Sicherheit in Technik und Chemie.
Die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) ist eine Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie.

Die BAM forscht, prüft und berät zum Schutz von Mensch, Umwelt und Sachgütern. Im Fokus aller Tätigkeiten in der Materialwissenschaft, der Werkstofftechnik und der Chemie steht dabei die technische Sicherheit von Produkten und Prozessen. Dazu werden Substanzen, Werkstoffe, Bauteile, Komponenten und Anlagen sowie natürliche und technische Systeme von volkswirtschaftlicher Dimension und gesellschaftlicher Relevanz erforscht und auf sicheren Umgang oder Betrieb geprüft und bewertet. Die BAM entwickelt und validiert Analyseverfahren und Bewertungsmethoden, Modelle und erforderliche Standards und erbringt wissenschaftsbasierte Dienstleistungen für die deutsche Wirtschaft im europäischen und internationalen Rahmen.

Sicherheit macht Märkte.
Die BAM setzt und vertritt für Deutschland und seine globalen Märkte hohe Standards für Sicherheit in Technik und Chemie zur Weiterentwicklung der erfolgreichen deutschen Qualitätskultur „Made in Germany“.