11.11.2016

Das Gründerteam Oliver Reimann, Robert Zitterbart und Dominik Sarma (v.l.n.r.) auf dem Campus der BAM.

Das Gründerteam Oliver Reimann, Robert Zitterbart und Dominik Sarma (v.l.n.r.) auf dem Campus der BAM.

Quelle: BAM

Das Start-up EnviroPep, ein Gründungsprojekt der Humboldt-Universität zu Berlin (HU), hat ein innovatives Reinigungsverfahren für chemisch synthetisierte Peptide entwickelt. Das Gründerteam wird durch das Förderprogramm EXIST-Forschungstransfer des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) sowie durch den Europäischen Sozialfond mit rund 700.000 Euro finanziell unterstützt. Damit wurde unter der Mentorenschaft von Prof. Seitz am Institut für Chemie der erste EXIST Forschungstransfer an der HU bewilligt. Mit der BAM als Kooperationspartner, das dem Gründerteam Labor- und Büroflächen zur Verfügung stellt, soll die Technologie nun zur Marktreife gebracht werden.

Peptide bezeichnen eine Naturstoffklasse, die aus Aminosäuren aufgebaut ist. Sie sind unentbehrlich für jeden Stoffwechselvorgang. Daher gehören sie heute zu den vielversprechendsten Wirkstoffkandidaten in Therapeutika. Damit Peptide als Wirkstoff aber eingesetzt werden können, müssen sie in hochreiner Form vorliegen. Die derzeit üblichen Verfahren zur Peptidreinigung sind jedoch zeit- und kostenintensiv.

Hier setzt nun EnviroPep an. „Unser Verfahren eignet sich für eine schnelle, zuverlässige und einfache Peptidreinigung, ohne hohe Drücke vom Milligramm- bis zum Kilogramm-Maßstab. Darüber hinaus werden auch keine organischen Lösungsmittel benötigt. Dadurch ist dieser Prozess eine kostengünstige und umweltschonende Alternative zu bestehenden Verfahren, wie die am meisten verwendete Hochdruckflüssigkeitschromatographie, kurz HPLC“, erklärt Robert Zitterbart, einer der drei Gründer und Entwicklungsleiter.

Durch die Kooperation mit der BAM will EnviroPep von Beginn an Vertrauen in die Technologie schaffen. „Für potenzielle Kunden ist Qualitätssicherung ein wichtiger Faktor. Durch die Zusammenarbeit mit den Expertinnen und Experten der BAM wollen wir hier frühzeitig wichtige Weichen stellen“, so Zitterbart weiter.

"Das Start-up EnviroPep zeigt, dass der BAM-Campus Adlershof Gründern einen Raum für innovative Ideen und Unternehmergeist bietet", sagt BAM-Präsident Prof. Dr. Ulrich Panne. "Bei EnviroPep haben sich drei junge Wissenschaftler zusammengetan, um mit ihrer Entwicklung einen Markt zu erschließen. Alle drei sind Promovierende einer Forschungseinrichtung in Berlin, einer von ihnen hat sein Forschungsvorhaben an der BAM realisiert. Ich wünsche den Gründern von EnviroPep viel Erfolg beim Aufbau ihres innovativen Unternehmens."

Zusammen mit Industriepartnern wollen die Gründer nun die Herstellung therapeutisch relevanter Peptide in einem größeren Maßstab zeigen und die neue Technologie hierbei einsetzen. Zukünftig will das Unternehmen mit seinem Verfahren maßgeschneiderte Lösungen zur Prozessoptimierung in der Peptidherstellung anbieten.

Auf dem Technologiestandort Adlershof „Adlershof. Science at work." haben sich bislang rund 950 Unternehmen und 16 wissenschaftliche Einrichtungen niedergelassen. Die BAM stellt mit ihrem dortigen Campus den Forscherteams eine moderne und hervorragend angepasste Forschungsinfrastruktur zur Verfügung.

Über die BAM

Die BAM gewährleistet Sicherheit in Technik und Chemie.
Die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) ist eine Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie.

Die BAM forscht, prüft und berät zum Schutz von Mensch, Umwelt und Sachgütern. Im Fokus aller Tätigkeiten in der Materialwissenschaft, der Werkstofftechnik und der Chemie steht dabei die technische Sicherheit von Produkten und Prozessen. Dazu werden Substanzen, Werkstoffe, Bauteile, Komponenten und Anlagen sowie natürliche und technische Systeme von volkswirtschaftlicher Dimension und gesellschaftlicher Relevanz erforscht und auf sicheren Umgang oder Betrieb geprüft und bewertet. Die BAM entwickelt und validiert Analyseverfahren und Bewertungsmethoden, Modelle und erforderliche Standards und erbringt wissenschaftsbasierte Dienstleistungen für die deutsche Wirtschaft im europäischen und internationalen Rahmen.

Sicherheit macht Märkte.
Die BAM setzt und vertritt für Deutschland und seine globalen Märkte hohe Standards für Sicherheit in Technik und Chemie zur Weiterentwicklung der erfolgreichen deutschen Qualitätskultur „Made in Germany“.

Über den Gründungsservice der HU

Der von Servicezentrum Forschung und der Humboldt-Innovation GmbH gemeinschaftlich betriebene Gründungsservice der Humboldt-Universität zu Berlin (HU) betreut seit 2005 Ausgründungen aus dem universitären Umfeld. Als zentrale Anlaufstelle für Gründungsinteressierte an der Universität bietet er Beratung und Unterstützung bei der Entwicklung von Geschäftsideen und Umsetzung von Business Modellen. Ziel ist es, den Gründungsgedanken in die Universität hinein zu tragen und anwendungsorientierte Ideen in die Praxis umzusetzen.