16.12.2015

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Quelle: BAM

Nicht Vinyl oder Polycarbonat, woraus Compact Discs hergestellt werden, wählte Ricardo Kocadag aus der Abteilung Bauwerksicherheit der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) als Speichermedium für den Song „(I can’t get no) Satisfaction“ von den Rolling Stones, sondern Ultrahochleistungsbeton (UHPC), in Form einer Betonschallplatte.

UHPC ist ein Gemisch aus Zement, Gesteinskörnung, Zusatzstoffen, Zusatzmitteln und Wasser. Als Massenbaustoff ist er vielseitig einsetzbar für den Bau von Brücken oder Gebäuden. Nun hat Beton eine neue Eigenschaft bekommen: Er kann für die Herstellung von Datenträgern – beispielsweise als Schallplatte – genutzt werden. Dazu wurde die Oberfläche von Ultrahochleistungsbeton mit neuen Eigenschaften ausgestattet, die über den herkömmlichen Anwendungsbereich als Baustoff hinausgehen und diesen ergänzen. Diese Oberflächenfunktionalisierung auf mikrostruktureller Ebene gestattet nun auch die Speicherung von Daten auf UHPC und deren Wiedergabe.

„Mit dieser Schallplatte aus Ultrahochleistungsbeton wollen wir zeigen, dass durch eine Funktionalisierung von Oberflächen die Eigenschaften von Werkstoffen an ihre jeweilige Anforderung und Anwendung angepasst werden können. Die UHPC-Schallplatte zeigt, dass Beton mehr kann, als es ihm seine derzeitige baupraktische Anwendung abverlangt“, erklärt Kocadag.

„Unsere Ultrahochleistungsbeton-Schallplatte ist auf jedem herkömmlichen Plattenspieler abspielbar – und das in hervorragender Qualität“, ergänzt Dr. Dr. Götz Hüsken, der bei der Verfahrensoptimierung mitwirkte.

Betone und ihre innovativen Weiterentwicklungen wie Ultrahochleistungsbetone sind wichtige Themen in der BAM. Dazu zählen nicht nur Fragen zur Bewertung der Sicherheit und Dauerhaftigkeit dieser Baustoffe sondern auch zu deren neuen Anwendungsbereichen.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der BAM im Bereich Bauwerkssicherheit forschen beispielsweise daran, wie durch Zugabe von Fließmitteln, Feinstfüllern und reaktiven Zusatzstoffen besondere Eigenschaften des Ultrahochleistungsbetons „eingestellt“ werden können. So können sie beispielsweise beliebige Strukturen bis in die Mikroebene fehlerfrei abformen, wodurch eine dauerhafte Funktionalisierung der Betonoberflächen möglich wird, so wie bei der Schallplatte. Der Beton erhält auf diese Weise seine besondere Eigenschaft.

Seit mehr als 100 Jahren entwickelt und validiert die BAM Analyseverfahren, Prüfverfahren und Bewertungsmethoden sowie Modelle und erforderliche Standards. Die BAM arbeitet für eine ausgeprägte Sicherheitskultur in Deutschland und Sicherheitsstandards, die auch in Zukunft höchsten Anforderungen genügen. Sicherheit macht Märkte.

Über die BAM

Die BAM gewährleistet Sicherheit in Technik und Chemie.

Als Ressortforschungseinrichtung des BMWi forscht, prüft und berät die BAM zum Schutz von Mensch, Umwelt und Sachgütern. Im Fokus aller Tätigkeiten in der Materialwissenschaft, der Werkstofftechnik und der Chemie steht dabei die technische Sicherheit von Produkten und Prozessen. Dazu werden Substanzen, Werkstoffe, Bauteile, Komponenten und Anlagen sowie natürliche und technische Systeme von volkswirtschaftlicher Dimension und gesellschaftlicher Relevanz erforscht und auf sicheren Umgang oder Betrieb geprüft und bewertet. Die BAM entwickelt und validiert Analyseverfahren und Bewertungsmethoden, Modelle und erforderliche Standards und erbringt wissenschaftsbasierte Dienstleistungen für die deutsche Wirtschaft im europäischen und internationalen Rahmen.

Sicherheit macht Märkte.

Die BAM setzt und vertritt für Deutschland und seine globalen Märkte hohe Standards für Sicherheit in Technik und Chemie zur Weiterentwicklung der erfolgreichen deutschen Qualitätskultur „Made in Germany“.