06.10.2015

BAM-Logo

Quelle: BAM

Chirurgische Handschuhe für erhöhte Sicherheit – die BAM-Ausgründung sMarterials möchte dieses Ziel mit Handschuhen auf Basis von Formgedächtnispolymeren realisieren. Herkömmliche medizinische Handschuhe schützen die Hände nur unzureichend vor Schnitt- und Stichverletzungen.

Das belegen die über 500.000 arbeitsmedizinischen Verletzungen pro Jahr im deutschen Pflegebereich. Um die Zahl dieser Verletzungen zu minimieren, wird zunehmend das Double Gloving, das Tragen zweier Paar Handschuhe, im Klinikalltag praktiziert. Neuartige Handschuhe aus intelligenten Materialien – Smart Surgical Gloves – sollen das Double Gloving im Operationssaal überflüssig machen, Prozesse im Krankenhaus vereinfachen und beschleunigen.

Motiviert durch das in zwei Promotionen erworbene Wissen arbeitet das Projekt sMarterials um die ehemaligen Wissenschaftler der BAM Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung, Dr. Martin Bothe und Nikolaus Mirtschin, aktuell an Smart Surgical Gloves. Das Team wird vervollständigt durch den Wirtschaftswissenschaftler Michael Schneiker, erfahren auf den Gebieten Business Development und Finanzen. Unterstützt werden die Gründer durch die Humboldt-Universität zu Berlin.

Das Projekt wird ab Oktober 2015 mit dem EXIST-Gründerstipendium gefördert. Die Gründer erhalten damit die Möglichkeit, die Geschäftsentwicklung weiter voranzutreiben, Laborkapazitäten zu nutzen, um einen Prototypen zu fertigen sowie Investoren zu gewinnen.
Formgedächtnispolymere sind intelligente Materialien, die auf einen Stimulus hin ihre Form ändern können. Dafür müssen sie vorher einer thermo-mechanischen Behandlung unterzogen werden. Mit der Verwendung von Formgedächtnismaterialien in medizinischer Schutzausrüstung geht das Projekt sMarterials neue Wege, um Herausforderungen im Klinikalltag, etwa die Vermeidung postoperativer Infektionen durch Blutkontakt oder multiresistente Keime, mit Hilfe innovativer Materialien und optimierter Workflows, zu begegnen.

Über die BAM

Die BAM gewährleistet Sicherheit in Technik und Chemie.

Als Ressortforschungseinrichtung des BMWi forscht, prüft und berät die BAM zum Schutz von Mensch, Umwelt und Sachgütern. Im Fokus aller Tätigkeiten in der Materialwissenschaft, der Werkstofftechnik und der Chemie steht dabei die technische Sicherheit von Produkten und Prozessen. Dazu werden Substanzen, Werkstoffe, Bauteile, Komponenten und Anlagen sowie natürliche und technische Systeme von volkswirtschaftlicher Dimension und gesellschaftlicher Relevanz erforscht und auf sicheren Umgang oder Betrieb geprüft und bewertet. Die BAM entwickelt und validiert Analyseverfahren und Bewertungsmethoden, Modelle und erforderliche Standards und erbringt wissenschaftsbasierte Dienstleistungen für die deutsche Wirtschaft im europäischen und internationalen Rahmen.

Sicherheit macht Märkte.

Die BAM setzt und vertritt für Deutschland und seine globalen Märkte hohe Standards für Sicherheit in Technik und Chemie zur Weiterentwicklung der erfolgreichen deutschen Qualitätskultur „Made in Germany“.