17.04.2015

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Quelle: BAM

Heute gab die Jury-Beiratsvorsitzende Prof. Dr. Barbara Schwarze auf dem Fachkongress WoMenPower der Hannover Messe die Gewinnerin im Wettbewerb um die Engineer Powerwoman 2015 bekannt. Die BAM-Wissenschaftlerin Dr.-Ing. Cynthia Morais Gomes war eine der drei nominierten Wissenschaftlerinnen.

„Ich hatte starke Konkurrentinnen und freue mich daher sehr über meine Nominierung. Die Nominierung ist eine sehr hohe Anerkennung für mich“, so die Wissenschaftlerin bei der Festveranstaltung.

Die Deutsche Messe AG lobt diesen mit 5000 Euro dotierten Karrierepreis „Engineer Powerwoman“ bereits zum dritten Mal aus. Mit diesem Preis wird eine Frau geehrt, die durch ihr Engagement und ihre Arbeit innovative Akzente im technischen Umfeld ihres Unternehmens setzt oder es entscheidend vorangebracht hat.

Dr.-Ing. Cynthia Morais Gomes setzt ihre Akzente durch ihre erfolgreiche wissenschaftliche Arbeit im Bereich der Additiven Fertigung von Keramik an der BAM Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung. Diese additiven Fertigungstechnologien sind besonders gut geeignet, um komplexe Geometrien als Einzelstücke oder in Kleinserien zu fertigen, wie beispielsweise für Knochenersatzbauteile.

Biokeramik oder Biowerkstoffe nennen die Experten Knochensatz. Diese Materialien müssen vielfältige und hohe Ansprüche bezüglich ihrer Zuverlässigkeit und Biokompatibilität unter physiologischen Bedingungen erfüllen. Die junge Wissenschaftlerin forscht daran, ein Knochenersatzgerüst aus Keramik herzustellen, das zu 60 Prozent aus Poren besteht und vom Körper resorbiert wird. Die Zutaten dafür sind überschaubar: benötigt wird ein spezielles Keramikpulver, ein Kleber und ein 3D-Drucker. In dem 3D-Drucker wird dann Schicht für Schicht aufgetragen und an vorher bestimmten Stellen, entsprechend der gewünschten Struktur, das von der BAM entwickelte Pulver verklebt. Zum Schluss muss der Werkstoff noch bei circa 1000 Grad Celsius gebrannt werden – und fertig ist der Ersatzknochen.

Ihre Zukunftsidee ist, dass Ärzte mittels 3D-Druck während einer Operation das für den Patienten speziell angepasste Ersatzteil sofort drucken. Noch sind Dr. Gomes und ihre Kollegen am Anfang der Forschung zur additiven Fertigung von Biokeramik. Ihr nächster Schritt ist die Messung der Löslichkeit der Keramikteile in künstlicher Körperflüssigkeit.

Dr. Gomes ist an drei Patentanmeldungen maßgeblich beteiligt, hat über 25 Veröffentlichungen verfasst oder dazu beigetragen und 16 wissenschaftliche Präsentationen auf nationalen und internationalen Veranstaltungen rund um die Welt gehalten. Außerdem ist die Deutsch-Brasilianerin in Kooperationen mit Forschergruppen aus China, Brasilien und Israel beteiligt.

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Als Ressortforschungseinrichtung des BMWi forscht, prüft und berät die BAM zum Schutz von Mensch, Umwelt und Sachgütern. Im Fokus aller Tätigkeiten in der Materialwissenschaft, der Werkstofftechnik und der Chemie steht dabei die technische Sicherheit von Produkten und Prozessen. Dazu werden Substanzen, Werkstoffe, Bauteile, Komponenten und Anlagen sowie natürliche und technische Systeme von volkswirtschaftlicher Dimension und gesellschaftlicher Relevanz erforscht und auf sicheren Umgang oder Betrieb geprüft und bewertet. Die BAM entwickelt und validiert Analyseverfahren und Bewertungsmethoden, Modelle und erforderliche Standards und erbringt wissenschaftsbasierte Dienstleistungen für die deutsche Wirtschaft im europäischen und internationalen Rahmen.

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