01.09.2019
Zapfsäule

Zapfsäule

Quelle: BAM, Fachbereich Chemische und optische Sensorik

Die Verfälschung von Kraftstoffen ist ein weltweites Problem, weil sie einfachen und schnellen Profit verspricht. Wenn jedoch z.B. Benzin mit billigem Alkohol oder Kohlenwasserstoffen wie Kerosin gestreckt wird, resultieren negative Folgen nicht nur für Motoren und Fahrzeuge, sondern auch für die Umwelt. Ein einfacher Vor-Ort-Test, der Kunden oder Ordnungskräften an die Hand gegeben werden kann, würde die Möglichkeiten, ein solches gesetzeswidriges Verhalten aufzudecken, stark erhöhen.

Solch ein Test, der auf speziell entwickelten fluoreszierenden Teststreifen, die einfach über ein Mobilgerät (bspw. ein Smartphone) ausgelesen werden können, beruht, wurde kürzlich an der BAM entwickelt. Entscheidend für den Erfolg war dabei die gezielte Optimierung der Materialeigenschaften der aus Papier bestehenden Teststreifen. Die Zellulose wurde zuerst mit einer dünnen Silikat-Schicht ummantelt, dann mit einem Indikator funktionalisiert, dessen Fluoreszenzverhalten sehr empfindlich auf die Polarität der Flüssigkeit, in die der Streifen getaucht wird, reagiert und abschließend die verbleibende Oberfläche der ummantelten Papierfasern passiviert. Der hell fluoreszierende Teststreifen erlaubt eine verlässliche Quantifizierung von Kraftstoffverfälschungen, wobei Messung und Verarbeitung der Daten auf einem herkömmlichen Smartphone erfolgen können. Die Tests zeigen eine gute Reproduzierbarkeit und Richtigkeit, so dass sich nicht nur der Einsatz zum Aufdecken von Verfälschungen anbietet, sondern auch die Qualitätskontrolle von kommerziellen Kraftstoffen (z.B. Benzin E10) vor Ort.

Tailored fluorescent solvatochromic test strips for quantitative on-site detection of gasoline fuel adulteration
Raúl Gotor, Jérémy Bell, Knut Rurack
Journal of Materials Chemistry C, Vol. 7, Issue 8, pages 2250 - 2256
BAM, Fachbereich Chemische und optische Sensorik