01.11.2019
Stahlrohrabschnitt

Stahlrohrabschnitt

Quelle: BAM

In der heutigen Zeit bietet die Nutzung geothermischer Energie eine interessante Alternative zur Verwendung klimaschädlicher fossiler Quellen. Neben weltweiten Anwendungen wurden auch in Belgien zwei Bohrungen niedergebracht, um ein Tiefengeothermiekraftwerk zu versorgen.

Es ist bekannt, dass die Betriebsbedingung eine ziemliche Herausforderung darstellen. In dieser Region enthält das Geothermiefluid 165 g/L gelöste Salzbestandteile (wobei 90 % auf Natrium und Chlorid entfällt). Produktionstemperaturen bis zu 130 °C werden erwartet. Um eine ausreichende Betriebsdauer zu garantieren, wurden in Frage kommende Werkstoffe hinsichtlich ihrer Eignung untersucht. Dazu dienten Auslagerungs- und elektrochemische Untersuchungen an unlegiertem (S235JR), austenitischem (UNS S31603) und Duplex-(UNS S31803) Stahl.

Am unlegierten Stahl wurde gleichmäßige Korrosion mit relativ akzeptablen Abtragsraten beobachtet. Somit ist dieser als Komponentenwerkstoff akzeptabel, wenn eine ausreichend dicke Wandstärke verwendet wird. Beide hochlegierten Werkstoffe wiesen sehr geringe gleichmäßige Korrosion auf. Jedoch zeigten sie Anfälligkeit für Loch- und Spaltkorrosion.

Corrosion behaviour of different steel types in artificial geothermal fluids
Willem Faesa, Steven Lecompte, Johan Van Bael, Robbe Salenbien, Ralph Bäßler, Inge Bellemans, Pieter Cools, Nathalie De Geyter, Rino Morent, Kim Verbeken, Michel De Paepe
erschienen in Geothermics 2019, Volume 82, Pages 182-189
BAM, Fachbereich Ingenieurbau