01.12.2017
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YouTube Video "Rostaschen aus der Müllverbrennung"

Quelle: BAM, Fachbereich Schadstofftransfer und Umwelttechnologien

Seit 2005 dürfen in Deutschland Siedlungsabfälle nicht mehr ohne vorherige Aufbereitung deponiert werden. Aus deren Behandlung entstehen jedoch Sekundärabfälle, die nur teilweise recycelt werden können. So fallen bei der Verbrennung von Siedlungsabfällen in Deutschland jährlich rund 5 Mio. Tonnen Rostaschen an. Rostaschen sind inhomogene Stoffgemische mit etwa 10-15% metallischen und 80-85% mineralischen Anteilen und haben sehr gute bautechnische Eigenschaften. Aus unterschiedlichen Gründen können sie jedoch nicht ohne weiteres als Ersatzbaustoff, z.B. im Straßen- oder Deponiebau, eingesetzt werden. In der Vergangenheit wurden Rostaschen daher zur chemischen und physikalischen Stabilisierung vorab gelagert. Durch die dabei ablaufenden Prozesse werden aber nicht nur Schadstoffe festgelegt, sondern auch die enthaltenen Metalle beeinflusst. Im Wesentlichen entstehen auf nahezu allen Partikeloberflächen mineralische Verkrustungen, die teilweise Zusammenwachsen, die Rostaschen insgesamt verfestigen und so die Metallrückgewinnung erschweren.

In den vergangenen Jahren führte vor allem der hohe Kupferpreis zu massiven Investitionen in die weitergehende Aufbereitung von Rostaschen. Magnetscheider und Wirbelstromscheider sind dabei klassische Aggregate zur Metallrückgewinnung und in mittlerweile in jeder Aufbereitungsanlage zu finden. Vereinzelt kommen auch sensorgestützte Sortieraggregate zum Einsatz. Zur Verbesserung dieser Sortierprozesse werden Brecher und Prallmühlen an unterschiedlichen Stellen der Aufbereitungskette eingesetzt. Jedoch spielt für das Gesamtkonzept der Anlagenbetreiber auch der Verbleib der Restmineralik eine entscheidende Rolle. Eine unspezifische Zerkleinerung der mineralischen Bestandteile ist daher häufig unerwünscht. Nassaufbereitung dagegen kann die Möglichkeiten zur Verwertung der Restmineralik erweitern, weil die Menge enthaltener Salze reduziert wird. Auch eine direkte Aufbereitung vor dem Einsetzen oben genannter Alterungsprozesse birgt Vorteile. Je nach Rahmenbedingungen werden Teile der Mineralik jedoch nach wie vor deponiert. Das betrifft insbesondere das Feinkorn, obwohl auch darin große Recyclingpotentiale stecken.

Anhand der dreier, innovativer Verfahrenskonzepte werden die unterschiedlichen Entwicklungen in der Branche vorgestellt und diskutiert. Dabei werden sowohl die Auswirkungen auf die Umweltverträglichkeit als auch ökonomische und rechtliche Aspekte berücksichtigt.

Innovative treatment trains of bottom ash (BA) from municipal solid waste incineration (MSWI) in Germany
Olaf Holm, Franz-Georg Simon
Waste Management, Volume 59, January 2017, Pages 229-236
BAM Abteilung Material und Umwelt, Fachbereich Schadstofftransfer und Umwelttechnologien