06.04.2018
Das BAM-BfR-Team „NanoBER“ vor der Abfahrt (v.l.n.r.): Maria Heilmann, Tony Bewersdorff und Zengchao You im Labor

Das BAM-BfR-Team „NanoBER“ vor der Abfahrt (v.l.n.r.): Maria Heilmann, Tony Bewersdorff und Zengchao You im Labor

Quelle: BAM, Fachbereich Strukturanalytik

Anfang April findet das Finale der ersten Internationalen Nano-Olympiade in Teheran statt. Für die BAM werden Maria Heilmann und Zengchao You vom Fachbereich Strukturanalytik zusammen mit Tony Bewersdorff vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) teilnehmen. Ihre Aufgabe: Wie lassen sich Silber-Nanopartikel in Gewässern analysieren und welche Auswirkungen haben sie auf das Ökosystem? Eine hypothetische Fragestellung, die durchaus Praxisbezug hat.

Frau Heilmann, Herr You, Sie haben sich für das Finale in Teheran qualifiziert – herzlichen Glückwunsch! Zusammen mit Ihren Kolleginnen und Kollegen vom BfR werden Sie im Finale den europäischen Kontinent vertreten. Wie fühlt sich das an?

Maria Heilmann: Soweit ich das verstanden habe, gibt es noch ein zweites deutsches Team, das auch dahin reist. Das heißt, wir müssen nicht ganz allein Europa vertreten. Aber ich bin gespannt auf das Land: Es ist kulturell doch sehr anders als Deutschland und man muss so einiges beachten. Vor allem als Frau. Ich bin gespannt, ob sich Klischees erfüllen oder nicht.

Zengchao You: Ja, ich bin auch etwas aufgeregt. Der Iran ist für mich schon exotisch – ich war noch nie in einem islamischen Land. Das ist auch für mich eine andere Kultur. Aber wahrscheinlich kann ich dort sehr viele nette Leute kennenlernen.

Haben Sie konkrete Erwartungen an Ihren Aufenthalt?

Maria Heilmann: Es wird verschiedene Workshops geben, deswegen gehe ich auf jeden Fall davon aus, dass wir Neues dazu lernen und für unsere Arbeit zuhause mitnehmen werden. Sei es für Präsentationen oder generell in der Nanotechnologie. Und ich bin gespannt, wie andere Doktorandinnen und Doktoranden in anderen Ländern arbeiten und sich mit den Themen beschäftigen.

Zengchao You: (lachend) Und ich erwarte, dass wir den Preis gewinnen!

Worum ging es in der Ihnen gestellten Aufgabe?

Maria Heilmann: Es ging um den hypothetischen Eintrag von Silber-Nanopartikeln in ein Gewässer. Unsere Aufgabe war es zum einen, zu überlegen, wie man die Partikel analysieren kann. Also wie hoch die Konzentration ist und wo sie sich wiederfinden. Zweitens, welche Auswirkungen die Nanopartikel auf das Ökosystem haben. Und drittens, wie man sie eventuell wieder aus dem Ökosystem entfernen kann.

Zengchao You: Am Anfang haben wir gedacht, dass wir wahrscheinlich eine sehr schwierige oder theoretische Aufgabe bekommen. Aber die Aufgabe ist gut, denn die Fragestellung dahinter ist durchaus praxisnah. Und jetzt freuen wir uns auf das Finale!

Über die Nano-Olympiade (INO)

Die erste internationale Nano-Olympiade findet vom ab dem 10. April für 6 Tage in Teheran unter dem Motto „Nanotechnologische Anwendungen in der Wasser- und Abwasseraufbereitung“ statt. Die INO ist ein jährlich stattfindender Wettbewerb zwischen Studierenden und Doktoranden verschiedener Länder, der darauf abzielt, die Potenziale der Nanotechnologie für globale Herausforderungen voll auszunutzen. Die Nano-Olympiade wird daher jedes Jahr unter einem anderen Motto stehen.

Das Auswahlverfahren erfolgt in zwei Schritten: Im ersten Schritt werden ein Ideenwettbewerb durch die Europäische Komission (via EU-NanoSafety Cluster) durchgeführt und Teams ausgewählt, die Europa in der Olympiade repräsentieren. Dabei können sich alle interessierten Studierenden und Doktorandinnen und Doktoranden einzeln oder im Team bewerben. Dabei sollen die internationale Zusammenarbeit und die Soft-Skills der Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler gestärkt werden. Am Ende der ersten Phase werden die Ergebnisse von einer internationalen Jury begutachtet. Die Teams stellen ihre Lösungen zudem in einem Webinar vor.

Im zweiten Schritt werden die besten Teams zur Teilnahme an der internationalen Nano-Olympiade nominiert. Auch in dieser Phase gilt es, Aufgaben im Team zu lösen. In Teheran gibt es ein Boot-Camp, in dem die Teams von internationalen TutorInnen intensiv gecoacht werden und ihre Lösungen weiter verfeinern können. Eine internationale Jury wählt nach den Präsentationen drei Teams aus, die einen Geldpreis in Höhe von 2000 bis 3000 Euro erhalten.

INO-Gründungsmitglieder: Institute of Physics Academia Sinica (Taipeh, Taiwan), Iran Nanotechnology initiative Council (Teheran, Iran), Korea Nanotechnology Research Society (Daejeon, Südkorea), Lomonosov State University Moscow (Moskau, Russland), Russian corporation of Nanotechnologies (Moskau, Russland