15.11.2017
Analysis meets Hands-On-Training: Dr. Wolfram Schmidt und sein Team vom Fachbereich Baustofftechnologie an der BAM unterstützen afrikanische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bei der Forschung an nachhaltigem Beton.

Analysis meets Hands-On-Training: Dr. Wolfram Schmidt und sein Team vom Fachbereich Baustofftechnologie an der BAM unterstützen afrikanische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bei der Forschung an nachhaltigem Beton.

Quelle: Fachbereich Baustofftechnologie

Straßen, Eisenbahnlinien, Flughäfen, Häfen und Kraftwerke – das sind Afrikas Big Five. Der Bausektor wächst und damit auch das Thema Ressourceneffizienz. Dr. Wolfram Schmidt und sein Team vom Fachbereich Baustofftechnologie an der BAM unterstützen afrikanische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bei der Forschung an nachhaltigem Beton. Im Rahmen eines Workshops waren sie dazu Ende Oktober/Anfang November in Kamerun vor Ort am Institut MIPROMALO (Mission de promotion des matériaux locaux).

Begonnen hat alles mit dem EU finanzierten SPIN-Programm, das die BAM zwischen 2009 und 2013 koordinierte und das sich zu einem Netzwerk für die Entwicklung innovativer, sauberer und sicherer Baustofftechnologien – speziell mit Beton – entwickelte. Gemeinsam mit der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) initiierte die BAM daraufhin mehrere Projekte; unter anderem das PACE-PTS-Projekt. PACE-PTS steht für Pan-African Cement Proficiency Testing Scheme: In regelmäßigen Abständen finden Ringversuche mit afrikanischen Laboren statt, bei denen von der BAM vorbereitete Zementproben auf unterschiedliche Parameter geprüft und die Analysen zur Bewertung an die BAM zurückgesendet werden. So können die afrikanischen Labore ihre Methoden kontrollieren und wissen, wo sie im Vergleich zu anderen Laboren auf dem Kontinent stehen. Ziel ist eine Verbesserung der Qualitätsinfrastruktur, denn die Nachfrage nach besseren und sicheren Produkten, Bautechniken und Regelwerken ist hoch. Bei der diesjährigen Runde wurde die BAM bei der Auswertung erstmalig durch die University of Cape Town (UCT), Südafrika, unterstützt.

Teilnehmer und Organisatoren des dritten PACE-PTS Ringversuches und Workshops in Kamerun

Teilnehmer und Organisatoren des dritten PACE-PTS Ringversuches und Workshops in Kamerun, u.a. Stephen Virchow, PTB (erste Reihe, 2.v.links), Dr. Likiby Boubakar, MIPROMALO (erste Reihe, Mitte), Rebecca Ebelle Etame, Ministerium für wissenschaftliche Forschung und Innovation (erste Reihe 2.v.rechts) und Dr. Wolfram Schmidt, BAM (erste Reihe, rechts). Dr. Wolfram Schmidt stellt die Kooperation mit Afrika vor (rechts).

Quelle: Fachbereich Baustofftechnologie

Neben der Theorie darf auch die Praxis nicht zu kurz kommen: So gab es für die Workshop-Teilnehmer in diesem Jahr unter anderem mehrere Hands-On-Trainings zu Zementprüfung, Rheologie/Fließmittel und Lagerung, sowie eine Exkursion zu einer Steinfertigungsfabrikation von MIPROMALO.

Für die Workshop-Teilnehmer gab es in diesem Jahr zudem mehrere „Hands-On“-Trainings und eine Exkursion

Im Rahmen der mehrtägigen Veranstaltung in Kamerun hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Möglichkeit, sich beim praktischen Training mit Stefan Schacht vom Fachbereich Baustofftechnologie (links) auszuprobieren und eine Steinfertigungsanlage von MIPROMALO (rechts) zu besuchen.

Quelle: Fachbereich Baustofftechnologie

Vom panafrikanischen Austausch profitieren auch Europa und Asien

Bereits seit 2012 finden die Ringversuche statt. Die dritte Runde startete im Juli 2016 – die Ergebnisse wurden nun im November im Rahmen eines finalen Workshops in Yaoundé diskutiert. 55 Labore aus 24 Ländern waren an dem Ringversuch beteiligt. Übrigens nicht nur vom afrikanischen Kontinent sondern auch aus der Slowakei und Pakistan.

Was bleibt festzuhalten? Ein solcher Abschlussworkshop bringt im Vergleich zum standardmäßig vorgesehenen bloßen Abschlussbericht einen echten Mehrwert für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Da nahezu alle Labore an unterschiedlichen Stellen Schwierigkeiten mit der Ausstattung, dem Klima oder der Organisation haben, können vor Ort Erfahrungen ausgetauscht und Anregungen für Lösungen aufgegriffen werden. Das hilft enorm, um langfristig ein afrikanisches Labornetzwerk aufzubauen. Mit zunehmendem Wissen und technischem Know-how kann Afrika so zukünftig bessere, sicherere und vor allem ressourcenschonendere Betone einsetzen. Davon wiederum können auch Europa und Asien lernen.