13.10.2017
Bild von Christian Heck beim Falling Walls Lab Adlershof

Christian Heck gewann mit seinem Pitch „Breaking the Wall of Biomarker Sensing“ und wird die Wissenschaftsstandorte Berlin-Adlershof und Potsdam im November beim Falling Walls Lab Berlin 2017 vertreten.

Quelle: HU Berlin, Fotograf: Ralph Bergel

Wie können Krankheiten im menschlichen Blut möglichst frühzeitig erkannt werden? An der Lösung dieser Frage arbeitet Christian Heck, Doktorand der School of Analytical Sciences Adlershof (SALSA). Er präsentierte seine Forschung am 10. Oktober einer hochkarätigen Adlershofer Jury. Mit seinem dreiminütigen Pitch „Breaking the Wall of Biomarker Sensing“ gewann er beim Falling Walls Lab Adlershof, einem regionalen Vorentscheid. Der erstmalige Adlershofer Vorentscheid wurde von der Humboldt-Universität organisiert und ist einer von 68 weltweit. Das Finale findet im Rahmen der internationalen Falling Walls Conference 2017 am 8./9. November in Berlin statt. Das Falling Walls Lab prämiert in einem interdisziplinären Format innovative Ideen, soziale Initiativen und Forschungsprojekte.

Das Forschungsprojekt von Christian Heck wird in enger Zusammenarbeit von der BAM, der Humboldt-Universität zu Berlin und der Universität Potsdam realisiert. Es ist beispielhaft für die enge Vernetzung und die hervorragende Kooperation in der Wissenschaftsregion Berlin-Brandenburg und insbesondere auf dem Campus Adlershof. Seitens der Humboldt-Universität zu Berlin betreut Prof. Janina Kneipp vom Institut für Chemie das Projekt. Von der BAM ist Prof. Ilko Bald aus der Abteilung Analytische Chemie; Referenzmaterialien dabei. Er lehrt zugleich am Institut für Chemie der Universität Potsdam.

DNA-Origami-Technik ermöglicht hochsensitive Analysen

Das Projekt befasst sich mit der Weiterentwicklung einer hochsensitiven Analysemethode, mit der sich bestimmte Moleküle, sogenannte Biomarker, im Blut nachweisen lassen. „Hierfür benötigen wir eine Analysemethode, die Moleküle bei niedrigsten Konzentrationen mit hoher Genauigkeit identifizieren kann. Die oberflächenverstärkte Raman-Streuung hat das Potential dazu“, so Prof. Bald. Bei der genutzten Methode wird das für den Biomarker charakteristische Messsignal durch kleinste Gold- oder Silberpartikel extrem verstärkt. Die besonders hohen Verstärkungen werden allerdings nur in seltenen Fällen erreicht, da hierfür eine Nanometer-genaue Positionierung der Nanopartikel und des zu detektierenden Biomarkers notwendig ist. Genau diese Anordnung wird nun mithilfe der von Christian Heck verwendeten DNA-Origami-Technik realisiert, bei der ein dreidimensionales Gerüst aus DNA-Molekülen die einzelnen Komponenten bindet. „Bei Testmessungen war es dadurch möglich, sogar ein einzelnes Proteinmolekül nachzuweisen“, berichtet Heck.

Internationales Finale im November

SALSA-Fellow Heck darf nun mit seinem Pitch gegen die anderen Gewinnerinnen und Gewinner der weltweiten Vorentscheide beim Falling Walls Lab Finale in Berlin antreten und die Wissenschaftsstandorte Berlin-Adlershof und Potsdam mit dem beispielhaften Kooperationsprojekt repräsentieren. Die drei Gewinner des Finales erhalten Geldpreise und stellen ihre Projekte im Rahmen der Konferenz einem internationalen Publikum vor.