10.10.2017
Im Rahmen des N.i.Ke. Workshops wurde das vor fünf Jahren eingeführte Verfahren auf den Prüfstand gestellt

Im Rahmen des N.i.Ke. Workshops "Quo vadis BEMMA. Präventive Konservierung. Eine kritische Betrachtung des Verfahrens zur Bewertung von Emissionen aus Materialien für Museumsausstattungen“ wurde das vor fünf Jahren eingeführte Verfahren auf den Prüfstand gestellt

Quelle: BAM, Fachbereich Kunst- und Kulturgutanalyse

Moderne Museumsvitrinen sind vielen Anforderungen ausgesetzt. Neben der hohen Dichtigkeit müssen sie vor allem durch die Abwesenheit von Fremd- und Schadstoffen überzeugen. Jede Emission von Stoffen kann zu Anreicherungen und damit im schlimmsten Fall zu Schäden an den Exponaten führen.

Da es keine emissionsfreien Dichtungsmaterialien gibt, hat die BAM ein Verfahren zur Bewertung von Emissionen aus Materialien für Museumsausstattungen (kurz BEMMA) entwickelt. Das Verfahren hilft dabei, die zum Vitrinenbau genutzten Materialien hinsichtlich ihres Emissionsverhaltens zu bewerten. Mithilfe dieser Informationen können möglichst emissionsarme Vitrinen für verschiedenste Exponate hergestellt werden. Die BAM schafft so die Voraussetzung zur Konservierung wichtiger Kulturgüter.

Expertinnen und Experten hielten vom 7. bis 8. September auf dem neunten N.i.Ke.-Workshop Vorträge und diskutierten über Vor- und Nachteile sowie mögliche Erweiterungen des BEMMA-Verfahrens. Daneben wurden Praxisbeispiele und Erfahrungsberichte aus verschiedenen Museen, von Laboratorien und Vitrinenherstellern vorgestellt.

In Arbeitsgruppen zum Thema „schadstoffarme“ Vitrinen diskutierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer über die Aussagekraft von Gütezeichen für Vitrinen, sowie die Weiterentwicklung des BEMMA-Schemas. Sie leisten mit ihren Überlegungen einen wichtigen Beitrag zum Forschungsgebiet der präventiven Konservierung. Die BAM wurde dabei vertreten von Prof. Dr. Oliver Hahn, Leiter des Fachbereiches Kunst- und Kulturgutanalyse, Dr. Wolfgang Horn vom Fachbereich Materialien und Luftschadstoffe und Dr. Richard Schmidt vom Referat Qualität im Prüfwesen bzw. Leiter der BAM Zertifizierungsstelle.

Über N.i.Ke.

Die BAM hat 2006 auf Initiative des BMWi ein Netzwerk zur interdisziplinären Kulturguterhaltung in Deutschland (N.i.Ke.) ins Leben gerufen. Ziel ist es, den Austausch zwischen Natur- und Geisteswissenschaften zu fördern. Das Netzwerk versteht sich als Kommunikations- und Kooperationsplattform der Disziplinen Archäologie und Kunstgeschichte, Restaurierung und Konservierung sowie Natur- und Ingenieurswissenschaften. Es bietet aber auch Informationen für Entscheider aus Politik, Kultur und Wirtschaft, öffentliche und private Eigentümer.