05.09.2017
Die BAM-Liste regelt, wie Tankcontainer und -fahrzeuge beschaffen sein müssen, damit Gefahrgut sicher transportiert werden kann

Die BAM-Liste regelt, wie Tankcontainer und -fahrzeuge beschaffen sein müssen, damit Gefahrgut sicher transportiert werden kann

Quelle: BAM

Bei den Stichworten "Gefahrgut" und "Tankwagen" denken die Meisten zuerst an Benzin, Diesel oder Heizöl. Tatsächlich machen diese drei Güter über 70 Prozent aller Gefahrguttransporte aus. Dabei gerät leicht aus dem Blick, dass es noch zahlreiche weitere flüssige und feste Gefahrgüter gibt, die in Tankwagen oder Tankcontainern transportiert werden können. Selbst Fachleuten fällt es schwer, alle speziellen Transportbedingungen für jedes Gefahrgut zu kennen. Um den Überblick nicht zu verlieren, hat die BAM die sogenannte BAM-Liste veröffentlicht, die regelmäßig aktualisiert wird. Sie enthält alle für die Beförderung relevanten Daten und bietet zahlreiche Filtermöglichkeiten, um die Anforderungen an Tanks zu ermitteln. Ende Juni ist die nunmehr 14. Auflage der BAM-Liste erschienen.

Hersteller von Tankcontainern, ortsbeweglichen Tanks und Tankfahrzeugen können der BAM-Liste entnehmen, wie diese Behälter beschaffen sein müssen, um für die jeweiligen Gefahrgüter zugelassen zu werden. Spediteuren sagt die Liste, welche gefährlichen Stoffe sie in ihren Fahrzeugen transportieren dürfen. So können sie Anfragen aus der Industrie schnell bearbeiten und gleichzeitig in den internationalen Gefahrgutvorschriften ADR, RID und IMDG-Code recherchieren.

Die BAM-Liste muss regelmäßig aktualisiert werden, da die in Deutschland gültige Gefahrgutverordnung GGVSEB ständigen Änderungen unterworfen ist. In dieser Verordnung werden international geltende Regeln für den Transport von Gefahrgut für den innerstaatlichen Bereich in Kraft gesetzt und mit nationalen Vorschriften abgestimmt. Die Aktualisierungen sind nötig, da einerseits die Anforderungen an die Transportsicherheit laufend an den Stand der Technik angepasst werden und andererseits die Industrie immer wieder neue Stoffe entwickelt. „In der jetzt veröffentlichten 14. Auflage der BAM-Liste haben wir 160 neue Stoffeintragungen aufgenommen“, erklärt Dr. Mahin Farahbakhsh vom Fachbereich Gefahrgutverpackungen der BAM. Mittlerweile umfasst die Liste fast 8000 Eintragungen.

Das Team von Dr. Farahbakhsh erstellt auch die Datenbank GEFAHRGUT und ist auf die Erschließung großer Datenmengen spezialisiert. Für die BAM-Liste wird mit den Kolleginnen und Kollegen vom Fachbereich Gefahrguttanks und Unfallmechanik kooperiert. Diese steuern wichtige Daten zu Tankanforderungen und der Beständigkeit metallischer und polymerer Werkstoffe bei.