24.07.2017
Studierende der TU Berlin in Vorbereitung ihrer Raketenstarts im Sommersemester 2017

Studierende der TU Berlin in Vorbereitung ihrer Raketenstarts im Sommersemester 2017

Quelle: BAM

Gleich im zweiten Semester lassen Studierende der TU Berlin selbstkonstruierte und berechnete Modellraketen auf dem Testgelände Technische Sicherheit (TTS) der BAM in Horstwalde starten. Im Rahmen der Lehrveranstaltung Einführung in die Luft- und Raumfahrttechnik des Institutes für Luft- und Raumfahrt (ILR) konnten auch im Sommersemester 14 Studierende ihre Raketen in Horstwalde erfolgreich starten und ihre theoretischen Überlegungen und Berechnungen in der Praxis überprüfen. Die BAM unterstützt bereits seit 2010 unter der Leitung von Dr. Hans-Jochen Rodner vom Fachbereich Explosivstoffe die Durchführung der Raketenstarts und beteiligt sich an der Diskussion der Starts und Auswertung der Flugergebnisse vor Ort. Mit dem TTS wird ein idealer Startplatz zur Verfügung gestellt, der eine sichere und professionelle Durchführung der Starts ermöglicht. Begonnen wird der Tag der Raketenstarts für die Projektteilnehmerinnen und -teilnehmer stets mit einem interessanten Vortrag über die Geschichte der BAM und aktuelle Versuchstätigkeiten. Betreut werden die Versuche seitens der TU Berlin durch Julius Dahms, verantwortlicher Wissenschaftlicher Mitarbeiter des ILR.

14 Studierende nutzten im Rahmen ihres Sommersemester-Kurses am ILR die Gelegenheit, ihre selbst konstruierten Modellraketen starten zu lassen

14 Studierende nutzten im Rahmen ihres Sommersemester-Kurses am ILR die Gelegenheit, ihre selbst konstruierten Modellraketen starten zu lassen

Quelle: BAM

Theorie in der Praxis erproben

Die am ILR durchgeführte Lehrveranstaltung befähigt die Studierenden zunächst zu einem theoretischen Entwurf eines Luftfahrzeuges, beispielsweise einer Forschungsrakete. Bei dem Entwurf geht es einerseits um die Berechnung diverser Eigenschaften sowie andererseits darum, den Studierenden bereits in der Bachelor-Phase das professionelle Gestalten von eigenständigen Entwurfs-Applets in Excel und MATLAB nahe zu bringen.

Nach der Festlegung von Raketenkonzept und Design-Spezifikationen werden die Entwürfe in kleinen Arbeitsgruppen in den Werkstätten des ILR individuell in die Praxis umgesetzt. Am Ende des theoretischen und praktischen Entwurfs werden die Luftfahrzeuge dann im Rahmen von Flugwettbewerben im Hinblick auf ihre Lufttüchtigkeit und Flugeigenschaften untersucht. Die Aussicht auf „die längste gesegelte Flugstrecke“, „die schnellste Zeit in der Luftschiff-Regatta“ und „die größte gemessene Flughöhe bei den Forschungsraketen“ spornen daher die Studierenden enorm an, einen Entwurf zu erstellen, der der Aufgabe am besten gerecht wird.

Die Raketen werden zunächst sicher justiert. Wenn Theorie und Praxis übereinstimmen, startet die Rakete wie geplant

Die Raketen werden zunächst sicher justiert. Wenn Theorie und Praxis übereinstimmen, startet die Rakete wie geplant

Quelle: BAM

Die Raketen befördern entweder eine Kamera oder einen Höhenmesser, mit dem der vertikale Flugbahnverlauf gemessen werden kann. Nach dem Apogee, dem höchsten Punkt der Flugbahn, öffnen sich die Raketen und stoßen einen Fallschirm aus, der die Raketen – im besten Fall – mit einer vorher berechneten Geschwindigkeit zu Boden sinken lässt. Neben stabiler Flugbahn und erreichter Flughöhe können die Studierenden so auch in der Sinkflugphase die Güte ihrer Konstruktion messen.

Dr. Hans-Jochen Rodner vom Fachbereich Explosivstoffe an der BAM und Julius Dahms, verantwortlicher Wissenschaftlicher Mitarbeiter des ILR betreuen die Starts

Links: Dr. Hans-Jochen Rodner vom Fachbereich Explosivstoffe an der BAM und Julius Dahms, verantwortlicher Wissenschaftlicher Mitarbeiter des ILR betreuen die Starts. Rechts: Öffnet sich die Rakete und stößt den Fallschirm aus, ist der Versuch erfolgreich verlaufen.

Quelle: BAM

Für die Studierenden stellen die praktischen Flugerprobungen einen Semesterabschluss dar, der länger als jede geschriebene Klausur im Gedächtnis bleibt.