01.06.2017
Dr. Sarah Drzymala präsentierte ihre Promotionsarbeit zum Thema sehr anschaulich und publikumsnah

Dr. Sarah Drzymala präsentierte ihre Promotionsarbeit zum Thema sehr anschaulich und publikumsnah

Quelle: BAM

Im Rahmen des diesjährigen Sonderkolloquiums wurde der Promotionspreis 2014/2015 des Adolf-Martens-Fonds e. V. für drei Dissertationen verliehen. Dr. Sarah Drzymala gewann mit ihrer herausragenden Präsentation den ersten Platz, dotiert mit 1000 Euro Preisgeld, gefolgt von Dr. Karoline Lenke und Dr. Erik Dümichen, die sich beide den zweiten Platz – jeweils dotiert mit 500 Euro Preisgeld – teilten. Die Arbeiten entstanden an der Technischen Universität Berlin bzw. der Freien Universität Berlin in Kooperation mit der BAM und den dortigen Fachbereichen Lebensmittelanalytik, Mechanik der Polymerwerkstoffe und Polymere in Life Science und Nanotechnologie.

Gewinnerin überzeugt durch publikumsnahe Präsentation

Was ist "femininer": Maiskeimöl oder Rapsöl? Mit dieser Frage leitete Dr. Sarah Drzymala ihre sehr anschauliche und interaktive Präsentation ein. Sie forschte in ihrer Promotion „Instrumentelle Analytik, Metabolismus und Toxizität von cis- und trans-Zearalenon und ihren Biotransformationsprodukten“ an Analysemethoden zur genauen Bestimmung eines häufig auftretenden Mykotoxins in Getreide, dem trans- bzw. cis-Zearalenon (ZEN). Dieses durch Schimmelpilze entstehende Stoffwechselprodukt wirkt sich bei Aufnahme im Organismus ähnlich aus, wie das Hormon Östrogen. Daher gelten für ZEN in der EU Grenzwerte wie beispielsweise 400 µg/kg in Speiseöl. Während die Analysemethoden für das trans-ZEN bereits recht genau sind, besteht bei der Bestimmung von cis-ZEN noch Forschungsbedarf. Die Ergebnisse der Untersuchungen von Dr. Sarah Drzymala bringen neue Erkenntnisse über das noch wenig erforschte cis-ZEN und seine Analysemöglichkeiten. Zudem ermittelte sie eine weniger aufwendige Bestimmung des trans-ZEN.

Prof. Dr. Ulrich Panne, Präsident der BAM und Vorsitzender des Adolf Martens Fonds e. V., überreicht Dr. Sarah Drzymala die Auszeichnung

Prof. Dr. Ulrich Panne, Präsident der BAM und Vorsitzender des Adolf Martens Fonds e. V., überreicht Dr. Sarah Drzymala die Auszeichnung

Quelle: BAM

Zwei zweite Plätze für Dissertationen im Bereich der Polymer-Forschung

Aufgrund der gleichwertig sehr guten Präsentationen entschied die Jury, zwei zweite Plätze zu vergeben: Dr. Karoline Lenke stellte ihre Dissertation zum Thema „Kurzfaserverstärktes Polyamid – Charakterisierung der Mikroschädigungsentwicklung unter zweiachsiger mechanischer Last“ vor. Kurzfaserverstärktes Polyamid wird beispielsweise in der Fahrzeugindustrie für Verkleidungen wie Motorabdeckungen verwendet. Die Arbeit von Dr. Karoline Lenke zeigt, dass verschiedenste Belastungsszenarien, Schädigungsmechanismen und Verhaltensweisen analysiert werden müssen, um eine gezielte Ausnutzung der Werkstoffeigenschaften von kurzfaserverstärktem Polyamid zu erreichen. Ihre Ergebnisse können dazu beitragen, Werkstoffmodelle weiterzuentwickeln.

Dr. Erik Dümichen präsentierte die Ergebnisse seiner Dissertation zum Thema „Neue Verfahren zur Untersuchung der Polymerdegradation und Aushärtung“. Im Rahmen der Arbeit wurden zwei neue thermoanalytische Verfahren eingeführt und deren Vorteile und Limitierungen anhand von mehreren Anwendungsbeispielen zu verschiedenen Fragestellungen demonstriert. So entstand einerseits eine erste grundlegende Arbeit für die quantitative Bestimmung von Polyethylen-Mikroplastik in Umweltproben. Darüber hinaus forschte Dr. Erik Dümichen am thermo-oxidativen Aufbau eines konkreten Polymers, um daraus weitere Erkenntnisse für den Nachweis von Kunststoffen in Umweltmatrices abzuleiten.

Die diesjährige Jury setzte sich zusammen aus dem BAM-Präsidenten und Vorsitzenden des Adolf-Martens-Fonds e. V., Prof. Dr. Ulrich Panne, den BAM-Kuratoriumsmitgliedern Dr. Matthias Fankhänel, Senior Vice President der BASF SE und Prof. Dr. Brigitte Voit, Wissenschaftliche Direktorin und Vorstand, Teilinstitutsleiterin Makromolekulare Chemie, Leibniz-Institut für Polymerforschung Dresden e. V. sowie Karin Pachaly, Gleichstellungsbeauftrage der BAM und Venio Quinque, Leiter Unternehmenskommunikation der BAM.

Die Jury und die Preisträger des Promotionspreises 2014/2015 (v.l.n.r.): Karin Pachaly, Dr. Sarah Drzymala, Prof. Dr. Ulrich Panne, Dr. Karoline Lenke, Dr. Matthias Fankhänel, Dr. Erik Dümichen, Venio Quinque sowie Prof. Dr. Brigitte Voit.

Die Jury und die Preisträger des Promotionspreises 2014/2015 (v.l.n.r.): Karin Pachaly, Dr. Sarah Drzymala, Prof. Dr. Ulrich Panne, Dr. Karoline Lenke, Dr. Matthias Fankhänel, Dr. Erik Dümichen, Venio Quinque sowie Prof. Dr. Brigitte Voit.

Quelle: BAM

Über den Promotionspreis des Adolf-Martens-Fonds e. V.

Der Promotionspreis wird vom Adolf-Martens-Fonds e. V. für herausragende und anschaulich präsentierte Dissertationen vergeben. Bewerben können sich Promovierte der BAM auf Vorschlag ihrer jeweiligen Betreuerin bzw. ihres Betreuers. Die eingereichten Arbeiten werden zunächst von einer Kommission hinsichtlich ihrer wissenschaftlichen Qualität begutachtet. Im Ergebnis werden die drei besten Dissertationen für die finale Vortragsveranstaltung ausgewählt. Eine Jury entscheidet dann im Rahmen der Vortragsveranstaltung über die Reihenfolge der Preisträger. Dazu ist jeweils ein 20-minütiger allgemein verständlicher Vortrag zum Dissertationsthema vorzubereiten und darzustellen. Die Jury beurteilt die Qualität der Darstellung und Verständlichkeit der Präsentation und legt die Reihenfolge der Preise fest. Der erste Platz ist mit einem Preisgeld von 1000 Euro dotiert; für den zweiten Platz gibt es 500 Euro und 250 Euro für den dritten Platz.

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