01.12.2016
Foto einer Vogelfeder mit Morgentautropfen in der Deichlandschaft an der Oder zwischen Frankfurt und Küstrin

Vogelfeder mit Morgentautropfen

Quelle: BAM

Am 8. November bestätigte das Friedrich-Loeffler-Institut in Mecklenburg-Vorpommern die Infektion von Wildvögeln mit der sogenannten hochpathogenen aviären Influenza (HPAI), auch umgangssprachlich Vogelgrippe genannt. Inzwischen sind insgesamt 13 Bundesländer betroffen; hinzu kommen Funde in europäischen Nachbarstaaten bis zum Russisch-Mongolischen Grenzgebiet. Oberste Priorität gilt daher dem Schutz der Nutzgeflügelbestände, aber auch der fachgerechten Entsorgung infizierter, bereits verendeter Tiere. Dazu hat die BAM gemeinsam mit dem Friedrich-Loeffler-Institut sowie dem Robert Koch-Institut eine Verfügung zur sicheren Beförderung entwickelt und informiert, was zu tun ist, wenn kranke oder tote Tier gefunden werden.

Was ist bei Fund eines möglicherweise infizierten Tieres zu tun?

Es wird geraten, das Tier in keinem Fall anzufassen, sondern umgehend die örtlichen Behörden zu informieren. Auch Haustiere sind fernzuhalten, damit diese das Virus nicht weitertragen. Der Abtransport geschieht in der Regel durch das Veterinäramt, manchmal auch durch die Polizei unter Einhaltung der Beförderungs-Verfügung. Die örtlichen Behörden entnehmen in der Regel von dem toten Tier Proben und schicken diese an die zuständige Untersuchungseinrichtung weiter.

Beim Transport ist die Verfügung über die Beförderung von potentiell ansteckungsgefährlichen Tierkörpern zu beachten. Sie wurde bereits 2013, vor der letzten großen Vogelgrippe-Welle, zwischen der BAM, dem Robert Koch-Institut und dem Friedrich-Loeffler-Institut abgestimmt. Die Verfügung basiert auf der Gefahrgutverordnung Straße, Eisenbahn und Binnenschifffahrt in Verbindung mit dem Europäischen Übereinkommen über die internationale Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße. Sie gilt für Tierkörper und tierische Stoffe, von denen bekannt oder anzunehmen ist, dass sie beispielsweise mit dem Vogelgrippe-Virus oder auch dem Tollwut-Virus infiziert sind und damit als Gefahrgut gelten. Seitens der BAM wurden die Sicherheitshinweise im Fachbereich Gefahrgutverpackungen erarbeitet.

„Im Kern geht es darum, welche Vorsichtsmaßnahmen zum Schutz einer Ansteckung zu beachten sind, wenn potentiell infizierte, verstorbene Tiere für eine Entsorgung transportfertig gemacht werden müssen“, erläutert Thomas Goedecke, der den Fachbereich Gefahrgutverpackungen leitet. Die Verpackung muss dabei aus drei genau vorgeschriebenen Behältnissen bestehen: Ein wirksam verschlossener Sack aus Kunststofffolie mit einer Foliendicke von mindestens 0,1 mm wird eingestellt in einen weiteren Sack aus Kunststofffolie mit gleicher Folienstärke, ebenfalls wirksam verschlossen. Abschließend muss das Gefahrgut in eine Außenverpackung, einem Fass oder auch Kanister aus Stahl oder Kunststoff mit abnehmbarem Deckel verstaut werden.

Kontrollieren lässt sich die korrekte Verpackung durch das mitgeführte Beförderungspapier. Ihm ist eine Kopie dieser Verfügung beizufügen oder das Beförderungspapier enthält einen Hinweis, dass eine alternative Verpackung von der zuständigen Behörde zugelassen wurde.