24.05.2016
Bild einer Waschmaschine

Quelle: BAM

Auf dem Thementag des Verbands der Materialprüfungsämter (VPMA) am 25. Mai 2016 diskutieren Expertinnen und Experten diese Frage. Von der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) stellen Dustin Häßler aktuelle Entwicklungen zur Prüfung reaktiver Brandschutzsysteme auf filigranen Stahlzuggliedern vor und Dr. Floris Akkerman nimmt Prüfmethoden von energieverbrauchsrelevanten Produkten wie Waschmaschinen, Staubsaugern oder Elektromotoren unter die Lupe.

Prüfmethoden sollten die zu prüfenden Details eines Produktes richtig abbilden. Eine Aufgabe der BAM ist es, Prüfmethoden zu entwickeln und zu bewerten. Dustin Häßler vom BAM-Fachbereich 7.3 Brandingenieurwesen berichtet auf der Tagung über aktuelle Entwicklungen der Prüfung, Bewertung und Normung reaktiver Brandschutzsysteme auf Stahlzuggliedern. Zugglieder sind größtenteils filigrane Bauteile, die als Unterspannung von Trägern und zur Stabilisierung von Tragwerken eingesetzt werden. Um die Konstruktionen vor Brandeinwirkung zu schützen, werden immer häufiger reaktive Beschichtungssysteme genutzt. Deren großer Vorteil ist, dass durch die relativ geringen Beschichtungsdicken das architektonische Erscheinungsbild der Konstruktionen erhalten bleibt. Im Falle eines Brandes schäumt das reaktive System auf und bildet eine thermische Schutzschicht um das Stahlbauteil. Die Erwärmung des Stahls verlangsamt sich, die mit steigender Temperatur einsetzende Festigkeitsabnahme des Stahls wird verzögert und die Tragfähigkeit des Bauteils bleibt länger erhalten. Auf Grundlage der Forschungsergebnisse der BAM wurde im November 2015 die erste bauaufsichtliche Zulassung für ein reaktives Brandschutzsystem (RBS) für Zuglieder aus Stahl durch das Deutsche Institut für Bautechnik (DIBt) erteilt.

Dr. Floris Akkerman aus dem BAM-Referat S.4 Ökodesign und Energieverbrauchskennzeichnung spricht zum Thema Konformitätsprüfungen von energieverbrauchsrelevanten Produkten wie Waschmaschinen, Staubsaugern oder Elektromotoren. Er begleitet die europäische Gesetzgebung für diese Geräte, vor allem ob die zur Energieeffizienz vorgeschriebenen Messungen dem realen Betrieb nahe kommen und die Geräte so untereinander vergleichbar machen. Akkerman: „In manchen Fällen steckt der Teufel im Detail, eine kleine Formulierung im Text der Messvorschrift kann große Auswirkungen haben.“

Die BAM ist Gründungsmitglied des im Jahre 1948 gegründeten Vereins. Seit seiner Gründung gilt der VMPA in vielen entscheidenden Gremien als Vorreiter auf den Gebieten Materialprüfung. In fast allen Lebensbereichen prüfen, überwachen und bewerten die Mitgliedsorganisationen des VMPA die Qualität von Materialien, Produkten und Konstruktionen. Für die Aufnahme in den Verein ist ein Kriterium von entscheidender Bedeutung: Neutralität im Sinne von Unabhängigkeit und Unparteilichkeit.