28.04.2016
Girls'Day 2016 an der BAM: Mit selbst gemachtem BAM-Button

Girls'Day 2016 an der BAM: Mit selbst gemachtem BAM-Button

Quelle: BAM

Girls'Day – Mädchen-Zukunftstag am 28. April 2016 und die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) ist wieder mit dabei. In diesem Jahr lädt die BAM die Jungforscherinnen in ihr neues Laborgebäude und Technikum in Berlin Adlershof ein. Ein Gebäude, ausgestattet für modernste Analytik und mit vielen Speziallaboratorien.

Programm

Station 1

Fachbereich Anorganische Spurenanalytik

Auf die Vorbereitung kommt es auch an: Proteine unter Strom

Im menschlichen Körper spielen viele Faktoren zusammen und so benötigt die Ärztin oder der Arzt auch eine Vielzahl von zellulären Informationen, um schwere Krankheiten wie Krebs richtig erkennen und therapieren zu können. Viele dieser Informationen können mit dem Elementmikroskop bestimmt werden, und das gleichzeitig. Dazu rastert dieses Spezialmikroskop das Probenmaterial – hier ein Protein (Eiweiß) – ab und erstellt ein zweidimensionales Bild für jede ausgewählte medizinische Messgröße.

Für verwertbare Messergebnisse ist eine gute Probenvorbereitung wichtig. Dazu werdet Ihr eine Proteinmischung zerkleinern und in Lösung bringen. Die Protein-Lösung wird auf einen mit einer Gelschicht ausgestatteten Träger aufgetropft und dann wird diese Gelschicht unter elektrischen Strom gesetzt. Von dem elektrischen Feld getrieben, wandern nun die Proteine je nach ihrer Größe in das Gel hinein – die kleineren tiefer als die größeren. In einem weiteren Schritt werden die nun nach der Größenverteilung sortierten, unterschiedlichen Moleküle gleichsam als Punkte auf eine Membran übertragen und mit dem Elementmikroskop untersucht.

Station 2

Fachbereich Umweltanalytik

Schadstoffe in der Umwelt und wie man ihnen chemisch auf die Spur kommt

Schadstoffe belasten unsere Umwelt. Für viele Schadstoffe gibt es Grenzwerte. Daher müssen wir diese Schadstoffe chemisch analysieren. Hierfür entwickeln die Forscherinnen und Forscher der BAM Schnelltests, die vor Ort eingesetzt werden können und weitere Verfahren im Labor. Basis für diese Tests sind chemische Reaktionen und Konzepte. Erläutert werden pH-Wert, Oxidation und Chromatographie. So ist der pH-Wert für biochemische Reaktionen von großer Bedeutung. Mit Rotkohlsaft als Indikator werdet Ihr verschiedene pH-Werte ermitteln. Eine Oxidation zeigen wir Euch an einem Molekül, das nur im oxidierten Zustand eine Farbe hat. Ihr könnt den Ablauf dieser chemischen Reaktion mit dem bloßen Auge verfolgen. Und mit Hilfe der Chromatographie werdet Ihr ein chemisches Gemisch in seine Bestandteile auftrennen. Das chemische Gemisch kennt Ihr alle: Es sind bunte, mit Zucker umhüllte Schokolinsen. Wasser löst nur den Farbstoff auf. Den gelösten Farbstoff – verschieden je nach Farbe der Schokolinsen – tropft Ihr auf ein spezielles Filterpapier. Die Farben laufen auseinander und Ihr werdet sehen, dass die braune Umhüllung der Schokolinsen auch einen roten Farbstoff enthält.

Station 3

Fachbereich Materialien und Luftschadstoffe

Vorsicht heiß! Vom Sand zum Glas

Ganz praktisch geht es im Glaslabor zu. Die Expertinnen und Experten der BAM, die auf dem Gebiet umweltbeständiger Gläser forschen, werden mit Euch aus „Sand“ Glas gießen. Dazu werden die Rohstoffe, die für Glas eingesetzt werden, in einem Platintiegel bei 1400 Grad Celsius geschmolzen. Die Schmelze wird in eine Metallform gegossen und zum langsamen Kühlen in einen anderen Ofen gestellt. Ein langsames Abkühlen des gegossenen Glases ist wichtig, damit das Glas keine Spannungen bekommt und platzt. Ein kleines Andenken aus gegossenem Glas könnt Ihr mitnehmen.

Station 4

Fachbereich Thermochemische Reststoffbehandlung und Wertstoffrückgewinnung

Mit Hitze vom technischen Abfall zum Wertstoff

Aschen und Schlacken aus technischen Prozessen können als Dünger weiter genutzt werden. Sie enthalten aber noch etliche chemische Wertstoffe, die, gelangen sie in die Umwelt, diese durchaus schädigen können. Sie zu entfernen ist daher zweifach gut: Die Umwelt wird weniger stark mit Schadstoffen belastet und die entfernten chemischen Stoffe können aufbereitet und wiederverwendet werden. Dazu werden die Aschen und Schlacken in speziellen Öfen auf über 1000 Grad Celsius erhitzt. Ihr werdet sehen, wie die Öfen funktionieren.

Station 5

Fachbereich Strukturanalytik

Mädchen an die Werkzeugmaschinen

Werkstoffe müssen fast immer bearbeitet werden, will man daraus etwas herstellen. Werkstoffe sind Metalle, Kunststoffe oder auch Keramik. Für jeden Werkstoff braucht man spezielle Maschinen. In der mechanischen Forschungswerkstatt der BAM werdet ihr sehen, wie von der Zeichnung ein fertiges Produkt entsteht. Dazu werden Euch das CAD-Konstruktionsprogramm und die computergesteuerte CNC-Maschine gezeigt.

CNC bedeutet Computerized Numerical Control und wird mit rechnergestützte numerische Steuerung übersetzt. Es bezeichnet ein elektronisches Verfahren, um Werkzeugmaschinen automatisch und folglich sehr präzise zu steuern. Einzelne hergestellte Komponenten aus Aluminium werdet Ihr montieren.

Aber auch 3D-Drucken ist ein Thema in der BAM-Werkstatt. Ihr seid dabei und druckt Euer Modell aus Kunststoff.

Pressemitteilung 9/2016