Martina Matzke arbeitet an der Entwicklung eines Schnelltests, um bestimmte Mikroorganismen zügig nachweisen zu können.

Martina Matzke arbeitet an der Entwicklung eines Schnelltests, um bestimmte Mikroorganismen zügig nachweisen zu können.

Quelle: BAM, Bild: Michael Danner

Martina Matzke ist Doktorandin im Fachbereich "Biologische Materialschädigung und Referenzorganismen". Sie erforscht schnelle, mikrobiologische Testverfahren. Ihre Doktorarbeit ist eine Kooperation mit der TU Berlin.

„Eine blaue Färbung ist für mich ein gutes Zeichen. Ich untersuche hier einen Mikroorganismus auf das Enzym Laccase. Blau heißt, die Laccase ist da. Um diesen Nachweis dreht sich meine Promotion. Seit zwei Jahren forsche ich, mittlerweile konnte ich Mikroorganismen so verändern, dass sie Laccase produzieren.

Und warum dieser aufwendige Weg? All diese Versuche mit gentechnischen Veränderungen, dieses Warten darauf, ob die Farbe umschlägt oder nicht? Es geht ganz generell um die Entwicklung von Schnelltests. Wie lassen sich bestimmte Mikroorganismen zügig nachweisen? Ich arbeite in den Labors, wo die Prüfungen von Holzschutzmitteln stattfinden – und da liegt der konkrete Anlass für meine Forschungen. Ein schneller Laccase-Nachweis wird die Arbeit erleichtern. Die Laccase zeigt zum Beispiel beim Weißfäulepilz an, wann er in seiner virulenten Phase ist. Nur in dieser Phase kann der Pilz das Holz zerstören. Es macht nur dann Sinn, ihn einzusetzen. Üblicherweise muss erst wochenlang getestet werden, ob der Pilz virulent ist oder nicht. Genau das könnte bald entfallen.

Genauso suche ich einen Schnelltest für Legionellen im Trinkwasser. Da gehe ich ähnlich vor wie bei der Laccase. Bisher dauert ein zuverlässiger Legionellennachweis auch sehr lange. Viel zu lange dafür, dass diese Bakterien so gefährlich für Menschen sind. Meine Forschung hat einen ungeheuer starken Praxisbezug. Die Ergebnisse sind gefragt. Außerdem komme ich als Doktorandin an der BAM mit vielen Wissenschaftlern unterschiedlicher Disziplinen zusammen. Allein in meinem Doktorandenzimmer ist es so: Da sitze ich mit drei Entomologen. Die gehen anders an ihre Themen heran als ich in der Mikrobiologie. Aber der Austausch untereinander ist viel wert. Schon meine Masterarbeit hatte ich an der BAM geschrieben.“