30.04.2020

Dr. Gabriela Aristia

Die Physikerin Dr. Gabriela Aristia forscht an der BAM zu Geothermie – eine Technologie, die sie in ihrem Heimatland Indonesien voranbringen möchte.

Quelle: BAM

Dr. Gabriela Aristia stammt aus Indonesien und forscht an der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) zur Stahlkorrosion in Geothermie-Kraftwerken. Sie möchte die Nutzung dieser CO2-freien Energiequelle in ihrem Heimatland voranbringen.

Was hat Ihr Interesse am Thema Geothermie geweckt?

Ich habe in Surabaya, der zweitgrößten Stadt Indonesiens, Physik studiert. Mein Schwerpunkt war Materialphysik. Geothermie interessiert mich, weil die Nutzung von Erdwärme extreme Anforderungen an das Material stellt. Zugleich besitzt Indonesien das weltweit größte Potenzial für die Nutzung geothermischer Energie, weil es am pazifischen “Feuerring” liegt und über 120 aktive Vulkane besitzt.

Wayang Windu-Geothermiekraftwerk in Indonesien

Wayang Windu-Geothermiekraftwerk in Indonesien

Quelle: BAM, Fachbereich Korrosion und Korrosionsschutz

Was sind die größten Herausforderungen?

Man muss tief in das Erdreich bohren, manchmal mehrere hundert Meter. In dieser Tiefe sind die Rohrleitungen dem heißen Geothermalwasser und hohem Druck ausgesetzt, was Korrosion befördert. Das Wasser kann Chloride, Sulfate und manchmal CO2 enthalten, weshalb es sehr sauer ist. Daher müssen geeignete Materialien oder schützende Beschichtungen verwendet werden, um die Langlebigkeit der Anlagen zu gewährleisten. Zusammen mit Dr. Ralph Bäßler von der BAM habe ich eine Schutzschicht für Kohlenstoffstahl entwickelt, der oft in Geothermie-Kraftwerken zum Einsatz kommt.

Wie sind Sie zur BAM gekommen?

Das Institut Teknologi Sepuluh Nopember in Surabaya, an dem ich Physik studiert habe, unterhält seit vielen Jahren eine Forschungskooperation mit der BAM. Bereits während meines Studiums habe ich Deutsch gelernt. Nach dem Master-Examen habe ich dann über einen meiner Professoren Kontakt zur BAM aufgenommen und konnte 2016 mit einem Promotionsstipendium der indonesischen Regierung nach Berlin kommen.

Ihr erster Eindruck?

Die BAM ist ein exzellenter Ort zum Forschen. Die Labors sind sehr gut ausgestattet und ich schätze die breite Expertise meine Kolleg*innen. Mich hat beeindruckt, wie leicht es ist, an der BAM Kooperationen einzugehen.

Ihre Pläne für die Zukunft?

Ich habe gerade meine Promotion abgeschlossen. Jetzt forsche ich im Rahmen eines Postdoc-Stipendiums an der BAM. Mein Ziel ist es, eine Beschichtung auf Aluminium-Basis zu entwickeln, die den Stahl in Geothermie-Anlagen gegen Korrosion zu schützt.