Dr. Franziska Fischer erforscht die Synthese von Cokristallen. Hier arbeitet die Chemikerin am Raman-Laser.

Dr. Franziska Fischer erforscht die Synthese von Cokristallen. Hier arbeitet die Chemikerin am Raman-Laser.

Quelle: BAM, Bild: Michael Danner

Franziska Fischer ist untersucht am BAM-Standort Adlershof Cokristalle – mit allen nur denkbaren Strahlen. Sie hat dazu als Doktorandin an der BAM ihre Promotion geschrieben und erfolgreich bestanden.

Etwa so groß wie ein Überraschungsei ist der Becher, den Franziska Fischer in eine Apparatur klemmt. Gleich wird er blitzschnell vibrieren, im Inneren wird es leise klimpern. Das erinnert tatsächlich an ein Spielzeug. Aber: Eigens für Versuche wie diesen wurde das Gefäß in der hauseigenen Werkstatt konstruiert. Es ist durchsichtig, das ist neu.

Während darin zwei Substanzen mechanisch zermahlen werden, während sie sich möglicherweise verbinden, können Laser- oder Röntgengeräte zuschauen. Durch die Plexiglaswand finden die Lichtwellen ihren Weg. Gerade arbeitet die Chemikerin Fischer mit einem Raman-Laser. Es gibt hier eigentlich nichts, das es nicht gibt. „Eine optimale Technikkulisse“, sagt die Wissenschaftlerin. Alles werde von Fachleuten betreut, jede Messung von erfahrenen Forscherinnen und Forschern begleitet. „Davon profitieren auch besonders die Doktoranden.“ An die 150 Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler gibt es allein in der Chemie in Adlershof.

In situ, direkt, sieht Franziska Fischer, was auf kristalliner und auf molekularer Ebene geschieht. Wie genau entstehen Cokristalle? Findet die Synthese sofort statt, nach zwei Minuten oder erst nach 20? Das ist der Anteil der Grundlagenforschung. Sie muss den Prozess verstehen. In der Pharmazie sind Cokristalle ungeheuer wichtig. „Es gibt eine klare Perspektive für die Anwendung“, sagt die Chemikerin. Es geht um künftige Wirkstoff-Kombinationen. Auch die Agrarforschung drängt.

1040 Syntheseversuche hat Franziska Fischer gemacht, 15 neue Cokristalle fand sie. Aufgespürt mit Raman, Röntgenbeugung oder sogar Synchrotronstrahlung. „Bessy II“ liegt schließlich gleich nebenan. Die Chemiker der BAM haben mehrmals im Jahr fest reservierte Mess-Wochen. Da wird jede zugeteilte Minute genutzt. Wo gäbe es das sonst für Doktoranden, fragt Franziska Fischer. Solch eine „beamline“, quasi frei Haus? Von ihren Ergebnissen berichten sich die Doktorandinnen und Doktoranden auch gegenseitig in regelmäßigen Seminaren und Vorträgen.