Swayam Prakash entwickelt smarte, tragbare Sensoren für eine schnelle und sichere Analyse von Gefahrstoffen.
Quelle: BAM
Marie-Curie Fellow Swayam Prakash kommt ursprünglich aus Odisha, Indien und ist physikalischer und analytischer Chemiker. Er arbeitet an der Entwicklung schneller und benutzerfreundlicher Sensoren zur Überwachung von Schadstoffen in der Umwelt. Im Interview spricht er über seine Motivation für das Marie-Skłodowska-Curie-Fellowship und darüber, wie wissenschaftliche Innovationen zur Lösung globaler Herausforderungen beitragen können.
Warum haben Sie sich für ein Fellowship bei der BAM entschieden?
Die BAM bietet eine exzellente Infrastruktur und verfolgt einen interdisziplinären Ansatz, der Materialwissenschaften, Spektroskopie und Sicherheit miteinander verbindet. Besonders spannend finde ich den Fokus auf Methodenvalidierung und praxisnahe Anwendungen – genau das, was ich brauche, um meine Laborprototypen in alltagstaugliche Werkzeuge zu überführen. Die Möglichkeit, mit Expert*innen aus verschiedenen Fachbereichen zusammenzuarbeiten, sowie der Zugang zu Reinraumlaboren und hochmodernen optischen Geräten waren weitere Gründe für meine Entscheidung. Die Mission der BAM, Technologien sicher und nachhaltig zu gestalten, deckt sich mit meiner eigenen Motivation, Forschung mit gesellschaftlicher Wirkung zu betreiben.
Worum geht es in Ihrem aktuellen Forschungsprojekt und warum ist es wichtig?
Ich entwickle optische und chemische Sensoren zur Überwachung der Wasserqualität. Mein Schwerpunkt liegt auf Schadstoffen, die mit herkömmlichen Methoden nur schwer nachweisbar sind. Beispielsweise dauert der Nachweis von Bakterien wie E. coli in einem spezialisierten Labor in der Regel 18 bis 24 Stunden und erfordert einen Experten zur Auswertung der Ergebnisse. Mein Ansatz nutzt chemische Indikatoren, insbesondere Fäkalpigmente, die deutlich schneller detektiert werden können.
Aktuell arbeite ich an einem 3D-gedruckten optischen Gerät, das sich mit einem Smartphone verbinden lässt und innerhalb weniger Minuten eine Wasserqualitätsprüfung vor Ort ermöglicht. Besonders in Regionen mit eingeschränkter Infrastruktur kann das einen großen Unterschied machen.
Diese Forschung hat meine Sichtweise auf meine Rolle als Wissenschaftler verändert. Sie ist Teil einer größeren Mission: einen Beitrag zum Ziel für Nachhaltige Entwicklung (SDG) 6 der Vereinten Nationen zu leisten – sauberes Wasser und Sanitäreinrichtungen für alle bis 2030.
Was hat Sie motiviert, sich für ein Marie-Skłodowska-Curie-Fellowship zu bewerben – und welchen Rat würden Sie anderen Forschenden mit auf den Weg geben?
Das Marie-Skłodowska-Curie-Fellowship legt einen Fokus auf internationale Zusammenarbeit, interdisziplinäre Forschung und gesellschaftliche Auswirkungen legt – allesamt Aspekte, die mir persönlich sehr wichtig sind. Es bietet nicht nur die Möglichkeit, wissenschaftlich zu wachsen, sondern auch sich beruflich weiterzuentwickeln.
Besonders schätze ich am MSCA-Programm die Kombination aus wissenschaftlicher Exzellenz, öffentlichem Engagement und Technologietransfer. Die Flexibilität, ein eigenes Projekt zu gestalten und gleichzeitig mit Gastinstitutionen zusammenzuarbeiten, ist ein großer Vorteil.
Mein wichtigster Rat an Bewerber*innen ist, frühzeitig zu beginnen und genügend Zeit in die Ausarbeitung der eigenen Projektidee zu investieren. Ebenso entscheidend ist die Wahl einer Gastinstitution, die die Entwicklung zu einer unabhängigen Forscherin oder einem unabhängigen Forscher aktiv unterstützt. Zeigen Sie klar, welchen gesellschaftlichen, ökologischen oder industriellen Beitrag Ihre Forschung leisten kann – das macht einen großen Unterschied. Und vielleicht das Wichtigste: Lassen Sie sich von Rückschlägen nicht entmutigen. Viele erfolgreiche MSCA-Bewerbungen entstehen erst im zweiten Anlauf oder nach dem Erhalt des Exzellenzsiegels.
Was waren bisher Ihre größten Herausforderungen – wissenschaftlich oder persönlich – und wie haben Sie diese gemeistert?
Die Arbeit in einem relativ unerforschten Bereich brachte einige Herausforderungen mit sich: begrenzte Referenzliteratur, Skepsis seitens der Gutachter und Schwierigkeiten bei der Sicherung der Finanzierung. Mehr als einmal habe ich darüber nachgedacht, auf ein etabliertes Forschungsthema umzusteigen.
Was mich dennoch motiviert hat, war meine feste Überzeugung von der Relevanz meiner Arbeit und ihrem Potenzial, wirklich etwas zu bewegen. Dieses Vertrauen half mir, die Bedeutung meiner Forschung gegenüber Gutachterinnen und Kooperationspartnerinnen klar zu kommunizieren.
Diese Erfahrung hat mir gezeigt, Skepsis mit Beharrlichkeit, Kreativität und wissenschaftlicher Vision zu begegnen. Sie hat mich auch daran erinnert, wie wichtig es ist, Forschung mit den Bedürfnissen der Gesellschaft zu verbinden, auch wenn der Weg dorthin unkonventionell ist.
Wenn Sie Ihre Forschung in einem Satz für die breite Öffentlichkeit beschreiben müssten – wie würde dieser lauten?
Ich entwickle schnelle und einfache Tests mit 3D-gedruckten optischen Sensoren, um Schadstoffe im Wasser nachzuweisen, sodass Wasser jederzeit und überall überwacht oder getestet werden kann.
Die Arbeit von Swayam Prakash zeigt, wie internationale Talente an der BAM innovative Lösungen für globale Herausforderungen entwickeln – von Wasserqualität bis hin zu technischer Sicherheit. Weitere Einblicke in Forschung und Karrierewege an der BAM finden Sie auf unserer Webseite unter Job & Karriere. Mehr dazu auf unserer Webseite unter Job & Karriere.