Dr.-Ing. Christian Adam und Dr. Burkhart Adamczyk

Dr.-Ing. Christian Adam und Dr. Burkhart Adamczyk nach einem Schmelzversuch am Lichtbogenofen

Quelle: BAM

"Bei uns ist Sicherheit Mannschaftssport."

Interview mit Dr.-Ing. Christian Adam, Fachbereich Thermochemische Reststoffbehandlung und Wertstoffrückgewinnung

Seit wann arbeiten Sie bei der BAM und was sind Ihre Aufgaben?

Ich arbeite seit 2004 in der BAM und beschäftige mich seitdem mit thermochemischen Methoden der Reststoffbehandlung und Wertstoffrückgewinnung. Seit 2012 leite ich mit gleichem Schwerpunkt den Fachbereich Thermochemische Reststoffbehandlung und Wertstoffrückgewinnung.

Im Leitbild der BAM heißt es: „Wir arbeiten für eine ausgeprägte Sicherheitskultur in Deutschland und Sicherheitsstandards, die auch in Zukunft höchsten Anforderungen genügen.“ Welchen Beitrag leisten Sie mit Ihrer Arbeit für die Sicherheit in Technik und Chemie?

Unser Fachbereich arbeitet an Methoden zur thermochemischen Aufbereitung von zum Teil umweltgefährdenden Abfällen. Ziel ist immer die Umweltverträglichkeit von Stoffen und Prozessen zu erhöhen. Des Weiteren führen die Prozessentwicklungen meist dazu, dass Wertstoffe zurückgewonnen und damit Primärrohstoffe eingespart werden können. Dies trägt zur Versorgungssicherheit Deutschlands mit strategisch wichtigen Rohstoffen bei.

Was war bisher Ihre spannendste Aufgabe/Ihr spannendstes Projekt?

Am spannendsten war für mich die Koordination und wissenschaftliche Bearbeitung eines EU-Projekts zum Thema Phosphorrückgewinnung aus Klärschlamm-Aschen. Im Rahmen des Projekts wurde auf der Basis unserer Forschung eine Demonstrationsanlage bei einem Projektpartner aufgebaut. Der gesamte Themenkomplex rund um die Nährstoffrückgewinnung aus biogenen Aschen ist im Laufe der Jahre gewachsen und stellt nun einen wichtigen Teil der Arbeiten in unserem Fachbereich dar.

Welchen Anspruch haben Sie an Ihre Arbeit? Was spornt Sie an?

Ich möchte Neues erforschen und dabei möglichst sinnvolle und anwendbare Dinge für Mensch und Umwelt entwickeln. Wenn ein bei uns entwickelter Prozess zur Behandlung von Reststoffen großtechnisch in Form einer Industrieanlage umgesetzt wird, dann ist das für uns ein großer Moment und ein Zeichen dafür, dass unsere Arbeit eine direkte Wirkung hat. Das spornt mich an.

Was sind für Sie die drei wichtigsten Voraussetzungen für Wissenstransfer und Zusammenarbeit innerhalb der BAM?

Ein erfolgreicher Wissenstransfer gelingt in enger Zusammenarbeit mit Industriepartnern und anderen wissenschaftlichen Einrichtungen. Die kooperative Arbeit an gemeinsamen Forschungsprojekten auf nationaler oder internationaler Ebene ist ein sehr direkter Weg des Wissenstransfers. Auch innerhalb der BAM ist die fachbereichsübergreifende kooperative Arbeit an Projekten der Schlüssel für die Zusammenarbeit.

Was antworten Sie einer Bewerberin oder einem Bewerber auf die Frage: „Warum lohnt es sich, bei der BAM zu arbeiten?“

An der BAM wird man immer wieder mit neuen wissenschaftlichen Herausforderungen konfrontiert. Die spannenden Themen gehen nicht aus und man hat an der BAM eine hervorragende Ausstattung sowie ein herausragendes wissenschaftliches Umfeld, um diese Themen auch erfolgreich bearbeiten zu können. Man findet an der BAM ein sehr breites Spektrum – von Grundlagenforschung bis zu sehr angewandter Forschung – und hat die Möglichkeit interdisziplinär zu arbeiten.

Interview mit Dr. Burkhart Adamczyk, Fachbereich Thermochemische Reststoffbehandlung und Wertstoffrückgewinnung

Seit wann arbeiten Sie bei der BAM und was sind Ihre Aufgaben?

Ich bin seit 2001 bei der BAM als wissenschaftlicher Mitarbeiter beschäftigt. Zu meinen Aufgaben gehört neben der Einwerbung von Drittmitteln und der Veröffentlichung aktueller Forschungsergebnisse die Planung, Durchführung und Auswertung von Hochtemperaturversuchen an verschiedenen Ofenaggregaten, insbesondere am Lichtbogenofen. Diese werden eingesetzt, um neue Wege zur Rückgewinnung von Wertstoffen aus bisher unverwertbaren anorganischen Reststoffen bzw. ihre Umwandlung in nutzbare Produkte zu entwickeln und aufzuzeigen.

Im Leitbild der BAM heißt es: „Wir arbeiten für eine ausgeprägte Sicherheitskultur in Deutschland und Sicherheitsstandards, die auch in Zukunft höchsten Anforderungen genügen.“ Welchen Beitrag leisten Sie mit Ihrer Arbeit für die Sicherheit in Technik und Chemie?

Viele industrielle Reststoffe müssen aufgrund ihrer für Mensch und Umwelt schädlichen Zusammensetzung deponiert werden. Die darin noch enthaltenen Wertstoffe gehen dabei verloren. Wir zeigen Wege auf, wie diese Reststoffe nutzbar gemacht und die Wertstoffe erhalten werden können. So wird durch unsere Arbeit nicht nur das von vielen Reststoffen ausgehende Gefahrenpotenzial reduziert, sondern wir erschließen auch anthropogene Rohstoffquellen – in Zeiten immer knapper werdender Ressourcen und der mit ihrem Abbau verbundenen Umweltbelastungen ein wichtiger Beitrag zur Kreislaufwirtschaft.

Was war bisher Ihre spannendste Aufgabe/Ihr spannendstes Projekt?

Eine Auswahl fällt hier schwer, da jedes Projekt auf seine Art spannend war. Vielleicht war die Rückgewinnung der Metallanteile aus einer Stahlwerksschlacke am spannendsten. Hier hatte sich völlig unerwartet herausgestellt, dass die minderwertige Schlacke nach der Behandlung in unserem Lichtbogenofen die Qualität und die Eigenschaften eines Zements aufweist und damit zu einem hochwertigen Produkt geworden ist – etwas, was die Stahlindustrie seit vielen Jahren zu erreichen versucht. Und überraschende Ergebnisse sind eigentlich immer am spannendsten ...

Welchen Anspruch haben Sie an Ihre Arbeit? Was spornt Sie an?

Die Arbeit sollte abwechslungsreich sein und die Möglichkeit bieten, sich immer mit etwas Neuem auseinanderzusetzen. Sie soll eine ausgewogene Mischung aus wissenschaftlichen Fragestellungen und technischen Herausforderungen beinhalten. Wichtig sind auch ausreichende Möglichkeiten für praktisches Arbeiten und ein möglichst unmittelbarer Praxisbezug, der genügend Raum für neue Wege bietet. Schließlich muss die Themenstellung auch neugierig machen, und die Lösung einer Frage darf auch ruhig mal zwei neue hervorbringen ...

Was sind für Sie die drei wichtigsten Voraussetzungen für Wissenstransfer und Zusammenarbeit innerhalb der BAM?

Flexibilität, die Neugier auf Neues jenseits des eigenen Tellerrandes und natürlich Teamgeist.

Was antworten Sie einer Bewerberin oder einem Bewerber auf die Frage: „Warum lohnt es sich, bei der BAM zu arbeiten?“

Auf eine solche Frage lässt es sich am besten mit drei Argumenten antworten: abwechslungsreiche Themen mit aktuellen Bezügen und immer neuen Herausforderungen; hohe Fachkompetenz und moderne, zum Teil in Deutschland unikale Ausstattung; anwendungsorientierte und interdisziplinäre Forschung in engen Kooperationen mit Industrie und anderen Forschungsanstalten.