Alle Verfahren der zerstörungsfreien Prüfung benötigen zur Empfindlichkeitsbestimmung Testkörper mit genau definierten Referenzfehlern. Neben mechanischen Verfahren zu deren Herstellung lassen sich Nuten und Flachbodenbohrungen besonders bei Abmessungen unter 0,5 mm mit sehr hoher Präzision durch Funkenerosion herstellen. Die BAM nutzt dieses Verfahren bereits seit vielen Jahren zur Herstellung von Testfehlern mit unterschiedlichen Abmessungen, Geometrien und Tiefenprofilen. Durch ein ausgeklügeltes Halterungssystem für die Elektroden lassen sich auch Nuten an unzugängigen Stellen, beispielsweise im Innern von Rohren oder Lagerschalen einbringen.
Zur Vermessung der Nuten steht ein optisches Messmikroskop zur Verfügung, welches neben der Breite und Länge auch die Nutentiefe erfassen kann. Auf mechanischem Weg lässt sich das Tiefenmaß aber auch zum Bearbeitungsabschluss aus dem Rückfahrweg der Elektrode abschätzen. Ist eine senkrechte Betrachtung wegen der Bauteilgeometrie nicht möglich, werden Referenzfehler herangezogen.
Die Nuten sind im einfachsten Fall geradlinig, können aber auch halbrunde oder mehrfach abgewinkelte Formen aufweisen. Ebenso ist es möglich, das Tiefenprofil zu modifizieren und an die Oberflächenkrümmung der Werkstücke anzupassen. Die erreichbaren Nutenabmessungen und Bearbeitungszeiten sind besonders vom Werkstoff und dem Breiten/Tiefenverhältnis abhängig.
Für jeden Prüfkörper wird zum Abschluss der Arbeiten ein eindeutig zuordenbares Zertifikat mit Angabe der Nutenmaße, einer Skizze oder Photografie des Prüfkörpers und Angabe der verwendeten Messmittel erstellt.
Kante einer Rechtecknut Breite: 105 µm, Tiefe: 200 µm
Probefehler über eine Werkstoffkante ausgeführt. Nutenmaß: Tiefe: 0,95 mm, Breite: 0,11 mm
Beispiel einer Elektrode - Länge: 0,95 mm Breite 0,05 mm
Ventil mit einem künstlichen Riss