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Bundesadler



Fachbereich 7.1

Dissertation Dr. Sc. Aude Chabrelie

Mechanismen des Betonangriffs durch externe Sulfationen unter Labor- und Außenbedingungen

Die Dauerhaftigkeit von Betonbauwerken stellt eine der wichtigsten Herausforderung im Bausektor dar. Ein Drittel bis die Hälfte der jährlichen Unterhaltsinvestitionen werden hierfür aufgebracht. Das Fehlen von Daten aus Feldstudien zur Dauerhaftigkeit von Beton, insbesondere zum Einfluss von Sulfat-Ionen („Sulfatangriff“) erschwert die Ausarbeitung von geeigneten Tests und die Festlegung von Leistungskriterien. Außerdem werden immer mehr Portlandkompositzement-Mischungen (Zement mit Mineralzusatzstoff) eingesetzt, jedoch gibt es keine fundierten langfristigen Erkenntnisse über deren Eigenschaften. Die meisten Ergebnisse zum Sulfatwiderstand kommen aus beschleunigten Labortests. Die Leistungskriterien dieser Test basieren jedoch nur auf makroskopischen Eigenschaften, besonders hinsichtlich Expansion.
Um diese Lücken zu schließen und die Sulfatangriffmechanismen in realen Bedingungen besser zu verstehen, wurde eine parallele Studie an Labor-Mikro-Betonen und an Feldbetonen durchgeführt. Der Schwerpunkt lag dabei auf mikrostrukturalen Änderungen, zusätzlich zur klassischen makroskopischen Charakterisierung.
Vier Expositionssysteme wurden im Labor erarbeitet: völliges Eintauchen (herkömmliches Verfahren, „Ponding“), pH-Überwachung, halbes Eintauchen und Nass/trocken-Zyklen. Die Expositionen wurden bei reinen Portlandzementmischungen sowie bei Hochofenzementen mit hohem Schlackeanteil (70 M.-%) angewandt. Die Versuche zeigten, dass es einen direkten Einfluss auf den Schädigungsvorgang gibt. Bei völligem Eintauchen folgte der Schädigungsprozess einem dreistufigen Verhalten, das gekennzeichnet ist durch eine erste Induktionsperiode, gefolgt durch eine Oberflächenschädigung, welche sich letztlich bis in den Kern des Materials ausdehnt. Es konnte gezeigt werden, dass der Wasser-Zementwert keinen großen Einfluss auf die ionischen Transportphänomene hat, aber den mechanischen Widerstand der Mikrostruktur gegenüber im Material vorhandenen lokalen Spannungen beeinflusst. Die Hochofenzemente, welche bei völligem Eintauchen als sulfatbeständig anzusehen sind, geben ein vermindertes Leistungsvermögen bei Nass/trocken-Zyklen, dem ein geringer Eigenwiderstand der Hydratphasen beim Trocknen zuzuschreiben ist. Die Beobachtung der Feldproben zielen darauf, die Laborergebnisse zu bekräftigen und die vorgelegten Versuchsparameter zu bestätigen.
Es wurde deutlich, dass sich eine direkte Beziehung zwischen der Schädigung (z.B. Rissbildung/Expansion) und des Phasenvergesellschaftung nicht unmittelbar feststellen lässt. Die Studie zeigt weiterhin, dass die Schwefeladsorption sowohl in den Hydratphasen des Zements (e. g.; C-S-H Phase) als auch in der Schlacke zu Beginn der Expansion eine Rolle spielt. Die Ursache ist eine Expansion der Hydratphasen oder die Ausfällung feinster Ettringitkristalle bei Erreichen der Schwefelsättigung in den C-S-H Phasen.

Dissertation Dr. Sc. Aude Chabrelie (PDF, 23 MB)

Dissertationen

2012-03-08  

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Dr. rer. nat.
Urs Müller
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