Fachbereich 4.3
Charakterisierung von Abfällen: Automatisierter Säulenversuchstand
Im Jahr 2008 flossen 1688 Millionen Tonnen an Materialien in die deutsche Volkswirtschaft. Der Güterbestand wuchs dabei um 637 Millionen Tonnen. 256 Millionen Tonnen wurden wieder mehr oder weniger fein in die Umwelt verteilt und gute 388 Millionen Tonnen exportiert. Weiterhin wurden 1083 Millionen Tonnen Sauerstoff aus der Umwelt entnommen. Dafür wurden 1490 Millionen Tonnen Kohlendioxid in die Atmosphäre abgegeben. Damit nicht genug. Es wurden nochmals 2229 Millionen Tonnen an Rohstoffen in Bewegung gesetzt, die aber gar nicht verwertet wurden. Man nennt dies den „Ökologischen Rucksack“, den Produkte in unserer Volkswirtschaft mitschleppen. Es werden jedoch nicht nur Materialien umgesetzt, sondern auch Flächen verbraucht. Der aus dem Anstieg der Siedlungs- und Verkehrsfläche resultierende Landverbrauch betrug im Jahr 2008 104 Hektar pro Tag.
In ihrer Nachhaltigkeitsstrategie hat die Bundesregierung als Ziele formuliert, das Verhältnis des Bruttoinlandsprodukts zum Materialverbrauch, die sogenannte Ressourcenproduktivität, bis zum Jahr 2020 zu verdoppeln (Referenzjahr 1994) und den Landverbrauch auf 30 Hektar pro Tag zu reduzieren. Damit soll auch der Ökologische Rucksack leichter werden. Das kann gelingen, wenn Abfälle vermieden oder z.B. zur Rohstoffgewinnung genutzt werden, Altlasten saniert werden und nicht weiter brach liegen müssen. Neue Deponien werden sich nicht ganz vermeiden lassen. Sie müssen dann jedoch sicher und umweltverträglich sein. Der Fachbereich nimmt sich dieser Probleme an und ist in Forschung und Entwicklung, Prüfung, Zulassung und Beratung auf folgenden Themenfeldern tätig:
Pränormative Forschungsarbeiten auf den genannten Gebieten tragen dazu bei, gesetzliche Regelungen und Vorschriften zu erarbeiten.
Im DFG Projekt „Bedingungen suffosiver Erosionsphänomene in Böden“ werden Poren und Gefügenetzwerke visualisiert und parametrisiert um die Suffosion phänomenologisch zu beschreiben“. Für weiter Informationen siehe www.suffos.bam.de.
Im EU-Projekt "RESOLVED“ sollen Photovoltaik-Abfallstoffe nassmechanisch aufbereitet und Wertstoffkomponenten zurück gewonnen werden. Für weitere Informationen siehe www.resolved.bam.de.
Im Rahmen des EU-Life Environment Demonstration Projects "RECDEMO: Vollständige Verwertung der Sandfraktion aus dem Bauschuttrecycling" wurde dieAufbereitung und die Wiederverwertung des aufbereiteten Betonbrechsandes als Betonzuschlag untersucht. Für weitere Informationen siehe www.recdemo.bam.de.
Der Fachbereich bearbeitete mit anderen europäischen Partnern das EU-Projekt "PEREBAR, Long-term performance of permeable reactive barriers used for the remediation of contaminated groundwater". Für weitere Informationen siehe www.perebar.bam.de.
Service
Fachbereich 4.3
Dir. u. Prof.
Dr. rer. nat.Curriculum Vitae Dr. rer. nat. Franz-Georg Simon
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