Arbeitsgruppe
Probengefäß vor (links) und aufgeschnitten (rechts) nach dem thermischen Durchgehen (Runaway) einer chemischen Reaktion unter adiabatischen Bedingungen
Die meisten Synthesereaktionen in der chemischen Industrie verlaufen exotherm. Die dabei freigesetzte Wärme muss im Normalbetrieb als auch bei einer Abweichung davon kontrolliert abgeführt werden.
Bei Verlust der Temperaturkontrolle, führt die Temperaturerhöhung des Reaktionsgemisches zu einer exponentiellen Zunahme der Reaktionsgeschwindigkeit. Werden aufgrund des Temperaturanstiegs und/ oder der Druckerhöhung die Auslegungsgrenzen von Anlagenteilen überschritten, kommt es zum Bersten des Apparates und zur Freisetzung des Reaktorinhaltes. Dieser unkontrollierte Ablauf wird als durchgehende Reaktion (runaway) bezeichnet.
Das mögliche Gefahrenpotential aus der Exothermie einer chemischen Umsetzung wird durch sicherheitstechnische Kenngrößen wie z. B. die Bruttoreaktionswärme oder die Gasentwicklungsrate beschrieben. Darüber hinaus sind Kenntnisse der thermischen Stabilität aller bei einer Reaktion eingesetzten und entstehenden Stoffe und Stoffgemische für eine sicherheitstechnische Bewertung der Reaktion von Bedeutung. Die Kenngrößen sind dabei nicht nur für den Normalbetrieb zu betrachten, sondern auch für mögliche Störungen.
Die BAM beschäftigt sich ebenfalls mit der Untersuchung von exothermen Reaktionen in mikrostrukturierten Reaktoren. Speziell wird für gas-flüssig Reaktionen ein Fallfilm-Mikro-Reaktor (FFMR) eingesetzt. Durch zusätzlich eingebaute Seebeck-Elemente wird die Messung der ortsaufgelösten Wärmeströme ermöglicht.
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