Arbeitsgruppe
Der Betrieb von Anlagen, die der Störfall-Verordnung unterliegen, ist aufgrund der gehandhabten Stoffe und Prozessbedingungen mit einem Gefahrenpotenzial verbunden. Trotz der Realisierung des Standes der Sicherheitstechnik bei der Auslegung, Errichtung und Betrieb solcher Anlagen und dem daraus resultierenden hohem Sicherheitsniveau kann das Eintreten eines Störfalls nicht vollständig ausgeschlossen werden. Durch geeignete Maßnahmen kann allerdings die Wahrscheinlichkeit für den Eintritt eines Störfalls und die daraus resultierenden Auswirkungen vermindert werden. In der Störfall-Verordnung wird auf die Wahrscheinlichkeit des Eintretens eines möglichen Störfalls und die Abschätzung des Ausmaßes und der Schwere der Folgen der ermittelten Störfälle Bezug genommen, wobei eine Quantifizierung aber nicht zwingend erforderlich ist.
In mehreren Mitgliedsstaaten der EU sowie im außereuropäischen Raum werden unterschiedliche quantitative Berechnungsmethoden zur Beurteilung des von einer verfahrenstechnischen Anlage ausgehenden Risikos eingesetzt. Diese Entwicklung wurde von der Europäischen Kommission aufgegriffen und im Rahmen des Forschungsvorhabens ARAMIS (Accident Risk Assessment Methodology for Industries;) wurde ein Instrument zur Verfügung gestellt, das eine probabilistische Risikobewertung für SEVESO-II-Betriebe in Europa ermöglicht.
Inwiefern die vorhandenen probabilistische Ansätze geeignet sind, die deutsche Sicherheitsphilosophie von verfahrenstechnischen Anlagen abzubilden, wird einer Prüfung unterzogen. Dazu werden alle Elemente der Quantitativen Risikoanalyse (QRA) kritisch bewertet. Beginnend mit den systematischen Verfahren zur Gefährdungsanalyse PAAG (HAZOP), Checklisten und Formblättern, über die Durchführung von quantitativen Fehlerbaumanalysen bis hin zu den Häufigkeits- und Auswirkungsbetrachtungen werden alle Schritte einer QRA durchgeführt.
Als Grundlage der für die Berechnungen benötigten Zuverlässigkeitskenngrößen (z. B. Ausfallraten) werden in einer Datenbank generische Daten aus frei zugänglichen Literaturquellen erfasst und einer Bewertung unterzogen.
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