Rauchdichtekammer
Der vorbeugende Brandschutz in Gebäuden hat u. a. das Ziel, die Brand- und Rauchausbreitung im Brandfall für eine gewisse Zeit zu begrenzen, damit sich Personen in Sicherheit bringen können. Rauch stellt aufgrund seiner Toxizität und seiner Lichtabsorptions- bzw. Lichtstreuungseigenschaften stets eine der Hauptgefährdungen dar und beeinflusst die Fluchtmöglichkeiten betroffener Personen.
Die Prüfung mittels Rauchdichtekammer liefert dazu grundlegende Kennwerte. In der Rauchdichtekammer wird die spezifische optische Dichte von Rauchgasen flacher Werkstoffproben nach EN ISO 5659-2 und ASTM E 662 bestimmt. In einer geschlossenen Prüfkammer wird die Probe, mit oder ohne Anwendung einer Zündflamme, einer horizontalen Wärmebestrahlung bis 50 kW/m2 (EN ISO 5659-2) oder einer vertikalen Wärmebestrahlung von 25 kW/m2 (ASTM E 662) ausgesetzt. Untersuchungen zur qualitativen und quantitativen Zusammensetzung von Rauchgasen zur Beurteilung der Toxizität werden mit FTIR-Spektroskopie (Fourier Transfomierte Infrarot Spektroskopie) durchgeführt. Dazu wird ein FTIR-Spektrometer mit der Rauchdichtekammer gekoppelt.
Ergebnis
An der messbaren Lichttransmission werden Kennwerte für die spezifische optische Dichte Ds ermittelt. Bei Messungen nach EN ISO 5659-2 wird zusätzlich die massenbezogene optische Dichte MOD ermittelt.
Nach 4 und 8 Minuten Prüfdauer werden Gasproben nach akut inhalationstoxischen Rauchgaskomponenten mit Hilfe der FTIR-Spektroskopie quantitativ analysiert. Die Rauchgastoxizität des Produktes wird durch den CIT-Wert beurteilt (CEN TS 45545-2).
Normen
ASTM E 662 und EN ISO 5659-2 (sowie BS 6401, NES 711, ATS 1000.001,
ABD0031)
Prüfkammermaße
(L x B x H)
914 mm x 914 mm x 610 mm
Strahlungsleistung des Heizofens
10 bis 50 kW/m2
Probekörpermaße
(L x B x D)
75 mm x 75 mm x 25 mm (max.)
Prüfdauer
Mind. 10 min; bei Bedarf länger, wenn maximale optische Dichte nicht innerhalb
von 10 min erreicht wird.
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