Sicherheit in Technik und Chemie
Ausgabe Nr. 2 vom 5. April 2011
Vollkeramischer Wärmetauscher
Fügetechnik Berlin – Eine Ausgründung der BAM auf der Hannover Messe 2011
Fügetechnik Berlin entwirft und fertigt kundenspezifische Bauteile aus Hochleistungskeramik. Das Unternehmen setzt auf ein neues patentiertes Verfahren, welches sich am klassischen Schweißen orientiert. So lassen sich Bauteile mit komplexen Innengeometrien fertigen, die bisher nicht denkbar waren. Gleichzeitig werden sie hohen Anforderungen gerecht: Sie sind beständig gegen Chemikalien, Umwelteinflüsse oder Strahlung und trotzen hohen Temperaturen und extremen Belastungen durch Reibung. Entsprechende Bauteile können in Rühr- und Knetwerken, in Wärmetauschern, Mikroreaktoren oder Pumpen eingesetzt werden.
Fügetechnik Berlin ist ein Ausgründungsprojekt an der BAM und wird gefördert durch den EXIST-Forschungstransfer, ein Förderprogramm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie.
Die BAM präsentiert sich auf der Hannover Messe 2011 in Halle 2 Stand A18. Neben dem Keramikschweißen zeigt sie drei weitere Projekte: ein neues Laser-Hybrid-Orbitalschweißen im Pipelinebau, die Emissionsmessung zum Schutz von Kunst- und Kulturgut in Museen sowie eine Messvorrichtung zur Kontrolle des Aushärtungsverlaufs bei Faserverbundmaterialien.
Wir laden Sie zu einem Besuch auf unserem Stand ein. Ein Dauerticket bekommen Sie kostenlos (begrenzte Anzahl).
Kontakt:
Dr.-Ing. Jürgen Lexow
Präsidiale Stabsstelle – Forschungskoordination, Marketing
Telefon: +49 30 8104-1004, E-Mail: presse@bam.de
Probenahme an einer Modell-Vitrine
Museumsvitrinen sollen die in ihnen präsentierten Kunst- und Kulturgutobjekte vor schädlichen äußeren Einflüssen wie beispielsweise Ablagerungen von Sporen, Pollen, Staub- und Rauchpartikel schützen. Moderne Museumsvitrinen bieten einen verhältnismäßig guten Schutz vor diesen Stoffen, der durch einem möglichst hohen Grad an Luftdichtigkeit erreicht wird.
Es gibt aber auch interne Quellen von Stoffen, die Ausstellungstücke schädigen können. Diese können Ausdünstungen aus dem ausgestellten Objekt selber oder aber auch Emissionen wie Lösungsmittel, organische Säuren (z. B. Ameisen- und Essigsäure) sein, die ihren Ursprung in den Werkstoffen der Vitrinen und der Vitrinenausstattung haben.
Die modernen luftdichten Vitrinenkonstruktionen sind hier nun von Nachteil. Wegen der geringen Luftwechselraten wird die schädigende Wirkung von Schadstoffen in der Vitrinenluft auf die ausgestellten Museumsobjekte verstärkt.
Bislang existieren weltweit weder entsprechende allgemein anerkannte Prüfmethoden noch etwaige Schadstoffgrenzwerte für die spezielle Anwendung „Museumsvitrine“.
Die BAM Fachgruppe 4.2 Umweltrelevante Material- und Produkteigenschaften hat zusammen mit dem Vitrinenhersteller Glasbau Hahn und der HTW (Hochschule für Technik und Wirtschaft) Fachbereich II „Life Science Engineering“ Berlin ein neues Schadstoff-Messverfahren entwickelt.
Mit diesem Messverfahren werden leichtflüchtige organische Säuren, wie Essig- und Ameisensäure, vor dem Hintergrund anderer flüchtiger organischer Verbindungen quantitativ bestimmt. Auch wird nach geeigneten Adsorbentien geforscht. Für korrekte Analyseergebnisse ist der Einsatz geeigneter Adsorbentien bei der Vitrinenluft-Probennahe Voraussetzung. Zusätzlich wird an Lösungen gearbeitet, mit dauerhaft in der Vitrine positionierten Adsorbentien Schadstoffe interner Quellen zu binden.
Das Projekt wurde gefördert vom BMWi im zentralen Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM).
Die Ergebnisse zu diesen Untersuchungen werden auf der Technart 2011 vorgestellt.
Mehr zum Thema Kulturguterhaltung.
Kontakt:
Dr. rer. nat. Katharina Wiegner
Fachgruppe 4.2 Umweltrelevante Material- und Produkteigenschaften, Arbeitsgruppe Immissionen / Organische
Luftinhaltsstoffe
Telefon: +49 30 8104-4872, E-Mail: katharina.wiegner@bam.de
Verteilung der Gehalte an Carbamazepin in Berlin an 160 Messstellen
Immer wieder werden Wirkstoffe aus Medikamenten im Wasser nachgewiesen. Dieser Beobachtung geht nun ein Forscher-Team der Abteilung 1 Analytische Chemie; Referenzmaterialien auf den Grund.
Das Forscher-Team erarbeitet analytische Methoden zur Bestimmung dieser Wirkstoffe, die Behörden, private Untersuchungslaboratorien, Wasserversorger oder Kläranlagenbetreiber in die Lage versetzen, richtige und reproduzierbare Messergebnisse in Eigenregie zu erzeugen. In der Arbeitsgruppe Immunchemische Methoden wurden dazu biochemische, antikörperbasierte Nachweisverfahren entwickelt, sogenannte ELISA-Tests, die bei niedrigen Kosten einen hohen Probendurchsatz erlauben. Die benötigten standardisierten Immunreagenzien erhalten Sie demnächst im BAM-Webshop.
Im Jahr 2010 haben die Forscher der BAM in Kooperation mit den Berliner Wasserbetrieben, Proben aus dem gesamten Wasserkreislauf Berlins genommen und einen ELISA-Test für das Anti-Epileptikum Carbamazepin angewandt. Dabei fanden sie Konzentrationen in den Kläranlagenzuläufen bis zu 5,5 Mikrogramm je Liter (µg/L), in den Abläufen bis zu 2,7 µg/L und in den Gewässern von wenigen Nanogramm/L (ng/L) bis zu 1.300 ng/L (vor allem im Teltowkanal in Adlershof).
Im Trinkwasser gibt die Verteilung der Konzentrationen in den einzelnen Stadtgebieten (0 – 100 ng/L) die Zugehörigkeit zu unterschiedlichen Versorgungsgebieten wieder. Die im Trinkwasser gefundenen Konzentrationen an Carbamazepin sind nach behördlicher Einschätzung toxikologisch unbedenklich. Sie machen aber den Kreislauf persistenter Pharmazeutika sichtbar, die physikalisch, chemisch oder biologisch nur schwer abbaubar sind. Sie gelangen über die Ausscheidung ins Abwasser, werden in die Oberflächengewässer eingetragen, gelangen über die Uferfiltration ins Trinkwasser und wieder zu uns Verbrauchern zurück.
Kontakt:
Priv.-Doz. Dr. rer. nat. Rudolf J. Schneider
Fachgruppe 1.5 Bioanalytik,
Arbeitsgruppe Immunchemische Methoden
Telefon: +49 30 8104-1151, E-Mail: rudolf.schneider@bam.de
BAM-Newsletter Nr. 2/2011
Redaktionsschluss: 16. März 2011
Veröffentlichung, auch auszugsweise, frei.
Bilder werden auf Anfrage gerne übermittelt.
Belegexemplar erbeten an:
Pressestelle
BAM Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung
Unter den Eichen 87, 12205 Berlin
Telefon: +49 30 8104-1013, Telefax: +49 30 8104-3037, E-Mail: presse@bam.de
http://www.bam.de
Verantwortlich: Dr. Ulrike Rockland (Pressesprecherin)
Telefon: +49 30 8104-1003, E-Mail: ulrike.rockland@bam.de
Redaktion, Layout: Daniela Samol
Telefon: +49 30 8104-3056, E-Mail: daniela.samol@bam.de
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