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Bohrkernentnahme an der Berliner Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche
Experten der BAM unterstützen die Erstellung eines Sanierungskonzepts für die Turmruine der Berliner Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche. Seit ihrer Errichtung vor 116 Jahren wurden viele unterschiedliche Materialien verbaut. Heute zeigen die großflächige, äußere Tuffsteinschale und Bereiche des freiliegenden Ziegelmauerwerkes ein multiples, komplexes Schadensbild auf, wie Abschalungen, Rückwitterungen und Rissbildungen.
Die im April dieses Jahres in enger Zusammenarbeit mit dem Büro für Architektur, Städtebau und Denkmalpflege (BASD Gerhard Schlotter Architekten) begonnenen bauwerksdiagnostischen Untersuchungen wurden durch die BAM im August mit einer Gutachterlichen Stellungnahme weitestgehend abgeschlossen.
Basierend auf einer umfassenden Schadenskartierung der Turmruine durch die Firma „Restaurierung am Oberbaum GmbH“ wurden durch die BAM an verschiedenen, unterschiedlich stark geschädigten Bereichen der Fassade Bohrkern- und Bohrmehlproben entnommen. An den Bohrkernen wurden im Labor die Eindringtiefe und Wirksamkeit des bei der Sanierung in den 80iger Jahre aufgebrachten Hydrophobierungsmittels ermittelt. Hydrophobierungsmittel sollen die kapillare Wasseraufnahme des Baustoffs verhindern.
Zusätzlich wurden an den Bohrkernen Materialparameter zur Charakterisierung des Gefügezustandes, des Feuchtetransports und der feuchtebedingten Formänderung bestimmt. Die Bohrmehlproben hingegen dienten der Ermittlung der Feuchte- und Salzprofile über die Tiefe des Bauteils. Dies gestattet Rückschlüsse auf den vorgefundenen Feuchtezustand sowie die Art und Verteilung vorhandener Salze. Zur Klärung der Schadensursache vertikaler Risse im Tuffstein erfolgten zusätzlich in enger Zusammenarbeit mit der Firma „GGU Gesellschaft für Geophysikalische Untersuchungen mbH“ Radaruntersuchungen. Dabei sollte insbesondere der Wandaufbau zur Verifizierung möglicher statischer Ursachen für dieses Schadensbild untersucht werden.
In der Gutachterlichen Stellungnahme zeigt die BAM umfassend die Schädigungsmechanismen für die vorgefundene Schalenbildung im Tuffstein auf. Darüber hinaus wird sie die Tragfähigkeit möglicher Sanierungskonzepte experimentell untersuchen und die Sanierung wissenschaftlich begleiten.
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